Allgemein

November 1918 – Als die Revolution nach Deutschland kam

08. November 2018  Allgemein

Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

11.11.2018, 10:30 – 12:30 Uhr im Wahlkreisbüro Jessica Tatti
Karlstr. 16 (Eingang Mauerstraße) 72764 Reutlingen

Vortrag/Diskussion mit dem Historiker Dr. Stefan Bollinger

Dr. Stefan Bollinger

Im November 1918 war der Krieg für die Deutschen nicht mehr zu gewinnen, und doch sollte die Flotte in eine letzte, todbringende Schlacht geschickt werden. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Die Matrosen probten den Aufstand gegen die imperialistischen Eliten, gegen die antidemokratischen Verhältnisse im Land, gegen die Kriegstreiber und das Elend, das sie über die Bevölkerung gebracht hatten. Wie ein Lauffeuer griff ihr Impuls um sich, Massendemonstrationen zogen durch die Städte, Arbeiter- und Soldatenräte gründeten sich als alternative Regierungsformen. Doch von Anfang an kämpften die Revolutionäre mit ihrer inneren Zerrissenheit: Die Spitzen der SPD wollten einen bedächtigen Wandel im Schulterschluss mit den alten Eliten, die Sozialisten einen radikalen Umsturz hin zu basisdemokratischen Verhältnissen. In ihrer Angst vor einem Bürgerkrieg griff die SPD-Regierung schließlich zu blutiger Gewalt gegen die eigenen politischen Weggefährten

Der Historiker Stefan Bollinger liefert nicht einfach einen weiteren Abriss der Ereignisse, sondern schildert anhand zahlreicher Originaldokumente packend die Stimmung im Land und geht der Frage nach, was die Akteure motivierte, ihre Entscheidungen so und nicht anders zu treffen. Was wäre möglich gewesen, wenn etwa Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf der politischen Führungsebene mehr Gehör gefunden hätten? Hätte der Faschismus verhindert werden können? Und was lässt sich aus dieser Revolution und ihrem Scheitern für unsere Gegenwart lernen?

Veranstaltung in Kooperation mit Jessica Tatti, MdB

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Die November-Revolution in Reutlingen

08. November 2018  Allgemein

Ansichtskarte zur Ausrufung der Republik am 11. November 1918 –
Reutlinger Rathaus

Am Montag, 11. November 1918

Rote Fahnen gehisst

Ende Oktober 1918 sollte die Entscheidungsschlacht der Marine gegen die britische Flotte herbeigeführt werden. Die Marinesoldaten rebellierten dagegen. Von Kiel aus trugen die Matrosen die Revolution durch ganz Deutschland. Überall schlossen sich Soldaten und Arbeiter an. Sie wählten Räte als Organe ihrer neuen Macht. Am 9. November erreichte die Revolution Berlin. Es wurde von Philipp Scheidemann (SPD) die „Republik“ und von Karl Liebknecht (Spartakusbund) die „Deutsche Sozialistische Republik“ ausgerufen. In wenigen Monaten wurde mehr erreicht, als in 50 Jahren zuvor: Republik, 8-Stundentag, 1. Mai arbeitsfreier Arbeitstag 1919, Frauenwahlrecht, Betriebsrätegesetz, Anerkennung von Gewerkschaften und Tarifverträgen. Versäumt wurde allerdings, die Macht der Junker und der Ruhr-Barone zu brechen. Sie behielten Besitz und politischen Einfluss. Sie nutzten beides gegen die Republik.

Am 4. November 1918 bildete sich in Stuttgart ein Arbeiterrat. Der Schriftsetzer Fritz Rück und August Thalheimer waren Mitglieder, es begann die Revolution in Stuttgart. Daraufhin versuchte die württembergische Regierung durch Verhaftung der beiden Spartakusführer Fritz Rück und August Thalheimer am 6./7. November 1918 die Unruhen in Stuttgart zu unterdrücken. August Thalheimer war vom 31. August bis 4. November 1918 in Reutlingen gemeldet. Er war Aushilfslehrer an der Oberrealschule (heute Keplergymnasium) bis Sonntag 20. Oktober. August Thalheimer arbeitete im 5köpfigen Spartakisten-Aktionsausschuss in Stuttgart zur Vorbereitung des Umsturzes mit.

In Reutlingen erschienen am Abend des 9. November Extrablätter des Reutlinger Generalanzeigers und der Schwarzwälder Kreiszeitung mit der Meldung, dass in Stuttgart die Republik ausgerufen wurde. Am Wochenende vom 9. auf den 10. November übernahm der Soldatenrat in der Garnison Reutlingen die Führung. Im Laufe des Sonntags, 10. November bildete sich ein von der SPD dominierter 16köpfiger Arbeiterrat. Arbeiter- und Soldatenrat erließen gemeinsam die Anordnung, dass am 11. November alle Reutlinger Betriebe geschlossen bleiben. Gleichzeitig wurde zu einer Kundgebung für den 11. November aufgerufen.

Am Montag 11. November wurden auf der Reutlinger Kaserne (Hermann-Kurz-Schule), dem Oberamt (Landratsamt) und dem Rathaus Rote Fahnen gehisst. 5.000 bis 6.000 Menschen marschierten zu einer Kundgebung auf dem Markplatz. Da es noch keine Lautsprecheranlagen gab, wurden 3 Rednerbühnen aufgebaut, um viele Menschen von den Rednern zu erreichen, Es sprachen die drei Arbeiterrats-Mitglieder Jacob Kurz, Albert Ruoff und Ludwig Sailer für die Einführung der Republik aus. Am Rathaus wurde die Rote Fahne gehisst. So schnell wie die Revolution nach Reutlingen kam war sie auch wieder weg.
(Holger Lange, Historiker, Reutlingen).

Bernd Riexinger kommt!

02. November 2018  Allgemein

Infostand: Drogenkonsumenten entkriminalisieren!

12. Oktober 2018  Allgemein

Wir informieren am Samtag, 13. Oktober ab 10:00 bis ca. 13:00 Uhr mit unserem Informationsstand auf dem Marktplatz /Spitalhofeingang über die drogenpolitischen Vorstellungen der Partei DIE LINKE:

Drogen gehören zum Alltag: Sei es nun der „illegale“ Joint oder das „legale“ Glas Bier – Drogen sind in Form von Cannabis, Alkohol und Nikotin auch in Reutlingen allgegenwärtig. Dabei sagt die Einteilung in legale und illegale Drogen nichts über deren Gefährlichkeit aus. Tagtäglich nehmen Menschen Drogen und sind auch durch Verbote nicht davon abzuhalten.
Drogenkonsumentinnen und -konsumenten schlicht als Kriminelle zu betrachten, verhindert jede sinnvolle Drogenpolitik.
Die Dämonisierung von Drogen und Kriminalisierung der Konsumierenden verfehlt insbesondere bei Jugendlichen das erklärte Ziel der Abschreckung vom Drogenkonsum.
Drogenpolitik muss eine präventive, sachliche und glaubwürdige Aufklärung über die Wirkung und Risiken von Drogen ermöglichen.
Nur so kann ein selbstverantwortliches Konsumverhalten entwickelt werden, nur so können gerade Jugendliche selbstbewusst und selbstsicher mit Drogen umgehen.
Bei legalen Drogen regeln diverse Gesetze die Verarbeitung, Herstellung, Verbreitung und den Gebrauch. Illegale Drogen hingegen unterliegen keinerlei staatlicher Kontrolle und stehen so auf dem Schwarzmarkt zum unkontrollierten Konsum zur Verfügung. Der Gebrauch von jeglichen Drogen muss unter der Berücksichtigung des Jugend- und Verbraucherschutzes stattfindet.

Erst eine kontrollierte und legale Abgabe von Drogen gewährleistet sichere Inhaltsstoffe, ermöglicht die notwendige Aufklärung und bietet die Chance, den nötigen Jugend- und Verbraucherschutz umzusetzen. Bei Cannabis stehen wir für die Einführung staatlich regulierter Coffee-Shop-Modelle oder anderer regulierter Abgabeformen wie beispielsweise dem Cannabis-Social-Club-Modell.
Langfristig muss die Drogenpolitik im Bereich des Jugend- und Verbraucherschutzes angesiedelt werden.
Die medizinische Verwendung von Drogen sollte entsprechend aktuellen medizinischen Erkenntnissen ausgebaut werden. In Berlin hat DIE LINKE sich erfolgreich für eine
gesundheitsorientierte Drogenpolitik eingesetzt und Drogenkonsumräume eingeführt.

Die Angebote zur Suchtprävention müssen verstetigt und ausgebaut werden:
Neben der psychosoziale Betreuung der Schwerstabhängigen, brauchen wir mehr Möglichkeiten Menschen in Haft den Zugang zu sauberen Spritzen zu ermöglichen, Drogenkonsumräume und eine Verbesserung der Substitutionsangebote. Auch die Möglichkeit, Drogen auf gefährliche Verunreinigungen prüfen zu lassen (Drugchecking), ist eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes.

Beispiele aus den europäischen Nachbarstaaten zeigen:
Dort wo es zu einer Entkriminalisierung der Drogenkonsumierenden und (Teil-) Legalisierung der Drogen gekommen ist, hat die Zahl der kritisch Konsumierenden und Drogenabhängigen nicht nur abgenommen – auch die allgemeine Gesundheitslage hat sich verbessert.
Hinzu kommt, dass die Rate der HIV-Neu-Infektionen abgenommen hat. Die Zahl der Konsumierenden hat hingegen nicht zugenommen.

DIE LINKE Remscheid empfing Gäste aus Pirna und Reutlingen

08. Oktober 2018  Allgemein

Die Besucher waren beeindruckt von dem Engagement der Schüler der EMA für die Gedenkstätte.


Pressemitteilung des Kreisverbandes DIE LINKE.Remscheid 08.10.2018

DIE LINKE hatte den Gästen vom 5. bis 7. Oktober ein umfangreiches Besuchsprogramm organisiert mit Stationen im Werkzeugmuseum, im Steffenshammer, an der Müngstener Brücke sowie einer Führung durch die Gedenk- und Bildungsstätte „Pferdestall“.

Der politische Gedankenaustausch kam nicht zu kurz. So informierte Rüdiger Weckmann, Mitglied des Gemeinderates der Stadt Reutlingen, ausführlich über einen interfraktionellen Antrag, die Altstadt Reutlingens auf Sicht autofrei zu gestalten. Diese Initiative ging von den Linken aus und wird von der Mehrheit im Rat, von SPD, GRÜNE/ Unabhängige, den Freien Wählern, der WIR-Fraktion und der Linken Liste getragen.

Lutz Richter (MdL Sachsen) aus Pirna berichtete über die politische Situation und das Erstarken rechtspopulistischer und offen neofaschistischer Kräfte im Freistaat Sachsen und besonders in der Remscheider Partnerstadt Pirna.

Außerdem wurde nach intensivem Austausch über Bildungspolitik festgestellt, dass die Probleme bei Bildung und Schule in den drei Städten sehr ähnlich sind.

Der politische Gedankenaustausch wird weitergeführt und im kommenden Jahr ist ein Treffen in Pirna verabredet. Selbstverständlich werden Remscheids und Reutlingens LINKE im Landtagswahlkampf 2019 in Sachsen aktiv Wahlkampfhilfe leisten.

Elisabeth Abendroth berichtet über ihren Vater

26. September 2018  Allgemein

Wolfgang Abendroth, am 2. Mai 1906 in Elberfeld geboren, studierte Recht und Volkswirtschaftslehre, arbeitete dann als Gerichtsreferendar, bis das Nazi-Regime den Sozialisten und Marxisten in die Illegalität zwangen. Als Kritiker des Kurses der stalinisierten KPD, die den verhängnisvollen Kurs der »Sozialfaschismustheorie« verfolgten und in der SPD den Hauptfeind sehen wollten, schloss sich Abendroth der Kommunistische Partei-Opposition an, engagierte sich bei der oppositionellen Gruppe »Neu Beginnen«, verfolgte seine Jurisprudenz weiter, promovierte in der Schweiz, wurde von den Nazis verhaftet, saß wegen »Hochverrats« im Zuchthaus und wurde schließlich von den Faschisten in ein Strafbataillon gezwungen, das in Griechenland eingesetzt wurde, wo Abendroth mit dem antifaschistischen Widerstand kooperierte und desertierte. Er kam in britische Kriegsgefangenschaft, trat in die SPD ein, suchte zurück in Deutschland wieder Anschluss an die Juristerei.

Verschiedene kurze Stationen an Universitäten in der damals Sowjetischen Besatzungszone folgten, Abendroth ging später in den Westen, wurde schließlich Hochschullehrer in Marburg, und blieb an der Universität bis zu seiner Emeritierung 1972. Zehn Jahre zuvor gehörte er zu den Mitgründern des Sozialistischen Bundes, der sich für die Vernetzung der neuen Linken in der BRD einsetzte. Abendroth war in der Friedensbewegung aktiv, engagierte sich gegen Berufsverbote und KPD-Verbot und gründete den Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit. Jürgen Habermas nannte ihn einmal »Partisanenprofessor im Lande der Mitläufer«. Demokratisierung der Hochschule, Demokratisierung der Bundesrepublik, Demokratisierung im Kapitalismus, das wurden zentrale Themen für Abendroth, der sich auch mit der Geschichte der Arbeiterbewegung befasste.

Wichtige Bücher von Abendroth sind »Die deutschen Gewerkschaften« von 1954, »Aufstieg und Krise der deutschen Sozialdemokratie« von 1964, die »Sozialgeschichte der europäischen Arbeiterbewegung« von 1965« und »Das Grundgesetz. Eine Einführung in seine politischen Probleme von 1966«. Von der Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt sind seit einiger Zeit digitalisierte Tonaufnahmen von Wolfgang Abendroth im Internet veröffentlicht. Zudem existiert eine Wolfgang-Abendroth-Stiftungsgesellschaft, im Umfeld der WASG entstanden, die »die Zusammenarbeit von Menschen für eine Alternative zur herrschenden neoliberalen Wirtschafts- und Sozialpolitik fördern« will.

https://oxiblog.de/wolfgang-abendroth-demokratie-grundgesetz-sozialismus-kapitalismus-freiheit-gleichheit/

Gratulation für Günter Jung

14. September 2018  Allgemein

DIE LINKE Reutlingen gratuliert Günter Jung ganz herzlich zur Verleihung
des Bundesverdienstkreuzes, dass er sich durch sein langjähriges Engagement für die Geflüchteten mehr als verdient hat.,

Wir kennen ihn als unermüdlichen, bescheidenen, humorvollen und immer freundlichen Menschen, der einen großen Beitrag dazu leistet, dass in Reutlingen ein Klima der Toleranz und Vielfalt dominiert.

Der GEA berichtete online:

Günter Jung im Gespräch mit einem eritreischen Flüchtling, der abgeschoben werden soll. Vor 26 Jahren war Jung Initiator des ersten Reutlinger Aylcafés. Seither engagiert sich der frühere Sozialrichter in der Verfahrensbegleitung von Geflüchteten. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz bekommt er jetzt das Bundesverdienstkreuz. FOTO: NIETHAMMER

Seit über 26 Jahren hat er sich unermüdlich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzt – jetzt erhält der Reutlinger Günter Jung für sein Engagement das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Jung war überrascht. Und gefreut hat er sich auch. »Wegen der Wertschätzung für unsere Arbeit, gerade in dieser Zeit.«

Gründer des Asylcafés

Die Ordensverleihung übernimmt Staatsrätin Gisela Erler am 23. Oktober in der Villa Reitzenstein. »Ich nehme den Orden gerne an, stellvertretend für die Leute, die die Arbeit mitmachen. Alleine könnte ich das gar nicht«, sagt der 75-Jährige. Vor 26 Jahren war er Initiator des ersten Reutlinger Asylcafés, das in der Wildermuthsiedlung beheimatet war.

Die Situation, sagt der pensionierte Sozialrichter, war damals der aktuellen sehr ähnlich. Fremdenhass, Anschläge auf Flüchtlingsheime. 1991 flogen Steine auf eine Unterkunft für Asylberechtigte aus dem Iran im Hammerweg. »Da ist Reutlingen aufgewacht.« Günter Jung, Initiator des Friedensbüros, war zu dieser Zeit schon hellwach. Mit anderen Gruppierungen gründete er das »Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus«, aus dem dann der Arbeitskreis Flüchtlinge hervorging. (GEA)

Soziales im Fokus – Sommergespräche der Bundestagsabgeordneten Jessica Tatti

14. September 2018  Allgemein

Bericht im RTF.1

Armut, Behinderung oder einfach nur hohes Alter sorgen oft dafür, dass Menschen vor Problemen stehen, die sie alleine nicht bewältigen können. Um diesen Menschen zu helfen gibt es verschiedenste Organisationen. Die haben sich im Paritätischen Wohlfahrtsverband organisiert. Die Reutlinger Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti hat Vertreter des Verbandes ins Büro der Linken nach Reutlingen eingeladen und mit ihnen sozialpolitische Themen erörtert.

Bericht auf YouTube

Wer Hilfe sucht, der könnte es aktuell schwierig haben, diese zu finden. Soziale Berufe leiden besonders stark unter dem Fachkräftemangel. Das gehe soweit, dass die Kommunen sich die Fachkräfte gegenseitig abwerben würden.

Bei den Freiwilligen sähe es nicht anders aus. Deshalb debattiert der Bund aktuell über ein Pflichtjahr für alle. Für Tatti und auch für den Paritätischen Wohlfahrtsverband der falsche Weg. Freiwilligendienste müssten laut Tatti eher aufgewertet werden, attraktiver für junge Menschen, beispielsweise durch Vergünstigungen beim ÖPNV oder kulturellen Einrichtungen.

Im Moment würden die FSJler etwas mehr als 400 Euro bekommen. Das sei zu wenig um den Freiwilligendienst attraktiv zu machen. Auch junge Menschen würden schließlich etwas Geld verdienen wollen. Außerdem müsse es für Menschen die kein Geld verdienen einfacher sein, Sozialleistungen zu bekommen.

Es ginge bei den Ansprüchen schließlich um Existenzsicherung, Grundsicherung für den Lebensunterhalt und keine Vermögen, so Karl-Heinz Kraus, der Vorstand der Paritätischer. Jessica Tatti und ihre Partei fordern deshalb, dass HarzIV durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung in Höhe von 1050 Euro ersetzt wird.

Im ersten Schritt wolle jedoch Verbesserung für Menschen, die Hartz IV berechtigt sind, erreicht werden und der Eckregelsatz von 416 auf 570 Euro erhöht werden. Das würde eine wirkliche Verbesserung der Lebensumstände der betroffenen Menschen bedeuten.

Auch müsse die Bürokratie weniger werden. Die Formulare für einen HarzIV Antrag sind zum Beispiel 16 Seiten stark. Das könne ohne Hilfestellung fast nicht bewältigt werden. Deshalb brauche es eine flächendeckende, unabhängige Sozialberatung, die den Menschen helfe zu ihrem Recht zu kommen.

Jessica Tatti MdB zu Besuch beim DRK

14. August 2018  Allgemein

Auf dem Foto v.l.n.r.: Markus Metzger, Carola Rau, Thomas Ziegler , Jessica
Tatti MdB und DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Tiefensee

Die Reutlinger Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti („DIE LINKE“) nutzt derzeit die parlamentsfreie Zeit, um Institutionen und Verbände kennenzulernen. Im Rahmen dessen besuchte sie auch den DRK-Kreisverband Reutlingen, wo sie von Kreisgeschäftsführer Michael Tiefensee und Rettungsdienstleiter Markus Metzger in der Rotkreuz-Geschäftsstelle in der Oberen Wässere begrüßt wurde.
Reutlingen Jessica Tatti kam in Begleitung ihrer Parteifreunde Carola Rau (Reutlinger Stadträtin) und Thomas Ziegler (Kreisrat) und zeigte sich von der Vielfalt der Aufgaben des DRK-Kreisverbandes Reutlingen sehr beeindruckt. Insbesondere interessierte sie die Personalsituation in Rettungsdienst und Altenpflege, aber auch die Frage der weiteren inhaltlichen Ausgestaltung von Freiwilligendiensten und deren mögliche Aufwertung. Als ehemalige Sozialarbeiterin eines Wohlfahrtsverbandes würdigte Jessica Tatti zudem auch das „außerordentliche ehrenamtliche Engagement beim DRK-Kreisverband“. Eine abschließende Visite auf der DRK-Rettungswache am Steinenberg in Reutlingen rundete den Besuch der Bundestagsabgeordneten schließlich ab. Dabei ergab sich die Gelegenheit, mit Notfallsanitätern direkt zu sprechen und sich über das vor einigen Jahren neu geschaffene Berufsbild zu informieren.

Quelle: https://www.drk-reutlingen.de/aktuell/180813_jtatti.php

Der Sozialstaat ist unbezahlbar!

09. August 2018  Allgemein

Entgegen aller Zahlenspiele ist Deutschland nicht sozialer geworden
Von Roberto J. De Lapuente, NEUES DEUTSCHLAND

Auf Demonstrationen wurde er schon oft zu Grabe getragen: der Sozialstaat. Doch er ist immer noch da, auch wenn nicht in wünschenswertem Umfang.
Foto: dpa/ND

Letzte Woche ließ die Bildzeitung die Öffentlichkeit wissen, dass wir 2017 so sozial waren wie nie zuvor. Immerhin hätten wir ja auch so viel Geld in den Sozialsektor gesteckt wie nie. 36,5 Milliarden mehr als noch 2016. Fast eine Billion Euro war uns das Soziale folglich wert. Arbeitgeber und FDP kritisierten das natürlich umgehend. So eine Debatte wollte die Bildzeitung freilich auch entfesseln, die Zahlenspiele sollten abschrecken und Angst machen, dass sich Leistung am Ende also doch nicht mehr lohne. Dass sich die Aussagekraft dieser Zahl am Bruttoinlandsprodukt (BIP) orientieren müsste, darüber ließ man sich dann nicht weiter aus. 29,6 Prozent des BIP waren es nämlich, die ins Soziale flossen. Wenig mehr als 2016, mehr oder weniger so viel, wie in den letzten 25 Jahren auch. Dass Deutschland also zum Hypersozialstaat geworden wäre, kann man rechnerisch nicht nachvollziehen.

Dass wir angeblich im SozDaZ, im sozialsten Deutschland aller Zeiten, leben sollen, neutralisierte dann eine Meldung, die zeitgleich mit den 965,5 Milliarden Euro eine Nachricht wert war: Es fehlen nämlich Sozialwohnungen. Die minimierten sich gewissermaßen jährlich. Etwas mehr als 1,2 Millionen gab es im Jahr 2017 noch – das waren 46.000 weniger als noch 2016. Einige Stunden vorher konnte man außerdem noch lesen, dass laut Statistischem Bundesamt Alleinerziehende ganz besonders von Armut bedroht seien. Von den vielen Kindern, die in Deutschland in oder ganz knapp an Armut leben, ganz zu schweigen. Ferner sind seit Jahren etwa 20 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht – so stellt es ebenso das Statistische Bundesamt Jahr für Jahr aufs Neue fest.

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