Allgemein

300 Demonstranten lauschten Zeitzeuge Bergmann

28. Januar 2017  Allgemein
AUSCHWITZ GEDENKTAG RT gegen AFD

Theodor Bergmann bei seiner Rede

27.01.2017 Uschi Kurz, Schwäbisches Tagblatt

Laut, aber friedlich gegen den Rechtsruck

Ein buntes Völkchen protestierte am Freitagabend friedlich auf dem Reutlinger Marktplatz gegen den Neujahrsempfang zu dem der Kreisverband der Alternative für Deutschland ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in den Spitalhofsaal geladen hatte.

Als Linken-Stadtrat Thomas Ziegler die Kundgebung um 17 Uhr eröffnete, war die Gruppe der Demonstranten noch recht überschaubar, doch während der Grußworte von Rüdiger Weckmann und Jessica Tatti von den Linken und Harry Mischke (IG Metall) wurden es immer mehr. „Die AfD ist keine Alternative für Deutschland und auch nicht für Reutlingen“, rief Mischke unter großem Beifall. Das Rad der Geschichte dürfe nicht zurückgedreht werden.

Einer, der die dunkle Vergangenheit der deutschen Geschichte miterlebt hat, ist der Hauptredner Theodor Bergmann von der Initiative der Gewerkschaftslinken. Als er den Kundgebungswagen bestieg und mit kräftiger Stimme zu reden begann, lauschten rund 300 Menschen ergriffen dem 100-jährigen Zeitzeugen. Bergmann sprach gängige Vorurteile an und wandte sich vehement gegen Faschismus und Fremdenfeindlichkeit. Es seien keineswegs die Flüchtlinge, die anderen Bedürftigen die Wohnungen wegnehmen würden, wie es die AfD behaupte. Vielmehr gebe es den Wohnungsmangel schon viel länger. Auch die Behauptung, die Ausländer würden das soziale System ausnutzen, sei doch verlogen. Man müsse diese Menschen nur eingliedern und arbeiten lassen. Dann könne die Gesellschaft einen wirklichen Aufschwung erleben.

Dass die AfD ausgerechnet den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz als Termin für ihren Neujahrsempfang gewählt habe, sei kein Zufall, sondern eine bewusste Provokation, so Bergmann unter anhaltendem Beifall. Viel Lob gab es auch für die Jugendlichen der Zelle, die maßgeblich zur Organisation der einstündigen Kundgebung beigetragen hatten zu der die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, die Antifa und das Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR) gemeinsam aufgerufen hatten.

Unterdessen hatte die Polizei Schranken aufgestellt, um den AfD-Sympathisanten einen möglichst ungehinderten Zugang in den Spitalhof zu ermöglichen. Ihr Weg dorthin geriet aber zum Spießrutenlauf, denn kaum war die Kundgebung zu Ende, versuchten die Demonstranten die Zugänge zu blockieren. Sie errichteten eine symbolische Mauer aus Pappkartons und bedachten jeden Besucher mit lauten Missfallens-Äußerungen. Das starke Aufgebot der Ordnungshüter, die unter anderem mit vier berittenen Polizisten vor Ort waren, sorgte jedoch dafür, dass die Veranstaltung problemlos besucht werden konnte.

Auch bei einer anschließenden spontanen Demonstration, die sich zum Bahnhof bewegte, blieb alles ruhig, wie Polizeisprecher Michael Schaal anschließend betonte. Das Konzept „laut, aber friedlich!“, das die Veranstalter ausgegeben hatten, ging diesmal voll auf. Und weder die äußere noch die Innere Sicherheit über die derweil drinnen im Spitalhofsaal Martin Hess, Dozent an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen, vor knapp 200 AfD-Anhänger(inne)n referierte, war in Gefahr.

Kundgebung zum Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz – gegen die AfD

21. Januar 2017  Allgemein

27. Januar_Kundgebung

★ Veranstalter ist die VVN-BdA (Kreisvereinigung Reutlingen) – Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. ★

► Am 27.01.2017 um 17:00 Uhr auf den Marktplatz Reutlingen kommen!

Am 27.01.2017 jährt sich zum 72. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. An genau diesem Tag will die AfD Reutlingen bei einem Neujahrsempfang im Spitalhof die menschenverachtende Politik des Rassismus, Nationalismus, des starken Staates wieder gesellschaftsfähig und nicht zuletzt auch mehrheitsfähig machen.

Dazu bedient sie sich einer hetzerischen und populistischen Rhetorik, die die Welt schon mehr als einmal in unermessliches Elend und fast vollständige Zerstörung stürzte. Anstatt Lösungen anzubieten, werden Probleme auf einzelne Minderheiten projiziert, um sich an diesen abzuarbeiten. Dieses Vorgehen bedeutete im Nationalsozialismus für Millionen Menschen, ob nun Juden oder angebliche „Volksverräter“ – die nach ähnlichem Schema für nahezu alle Probleme verantwortlich gemacht wurden – die elende Ermordung durch die willigen Schergen dieser Politik und stürzte die ganze Welt in einen vernichtenden Krieg, dessen Folgen wir noch heute spüren. Die AfD knüpft mit ihrer Veranstaltung nicht nur terminlich daran an, sondern sowohl rhetorisch als auch in Teilen inhaltlich. Es ist daher notwendiger denn je, sich ihr solidarisch und gemeinsam entgegen zu stellen.

Wir empfinden das Vorgehen der AfD – unabhängig davon, dass es nötig wäre, sich ihm entgegen zu stellen – als blanken Hohn gegenüber den Opfern des NS-Vernichtungslagers Auschwitz, denen dieser Tag zum Gedenken gewidmet sein sollte. Ob bewusste Provokation oder einfach nur pietätlose Geschichtsvergessenheit: Wir werden uns dem Versuch, diesen Tag für rechte Politik zu vereinnahmen, gemeinsam und entschlossen entgegenstellen und umgekehrt das Gedenken an die Opfer und Überlebenden hochhalten.

Wir rufen daher mit allen unserem Anliegen solidarischen Gruppen und Personen dazu auf, am—

► 27. Januar um 17:00 Uhr ◄

…auf den Reutlinger Marktplatz vor den Spitalhof zu kommen, und sich an der Kundgebung für das Gedenken an die Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz und gegen die neue Rechte zu beteiligen.

►►► Aktionskonsens: Laut, aber friedlich! ◄◄◄

Wir organisieren eine gewaltfreie Kundgebung und behalten uns vor, diese bei körperlicher Konfrontation mit der AfD oder der Polizei vorzeitig zu beenden.

Lasst uns über Gerechtigkeit sprechen!

19. Januar 2017  Allgemein

Gerechtigkeit
Annette Groth (Bundestagsabgeordnete):
In Deutschland besitzen nach dem neu veröffentlichen Oxfam-Bericht 36 Milliardär*innen mit insgesamt 297 Milliarden Dollar so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung (ca. 40 Millionen Menschen). Diese Ungleichheit fällt nicht vom Himmel. Sie ist Ergebnis der Pflege der Reichen mit Steuergeschenke verschiedener Bundesregierungen in den letzten Jahrzehnten. Wir haben am Wochenende den Entwurf unseres Wahlprogramms vorgestellt. Dort machen wir deutlich: Wir wollen diese Ungleichheit nicht hinnehmen. Wir werden uns mit den Super-Reichen anlegen und wieder für mehr Gerechtigkeit sorgen. Und zwar so:
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DIE LINKE vor dem Jobcenter Reutlingen

17. Januar 2017  Allgemein

Am 17. Januar standen einige Mitglieder der LINK15977853_1315066841884397_825824870136902951_nEN zusammen mit ihrer Bundestagskandidatin Jessica Tatti vor dem Gebäude des Reutlinger Jobcenters und der Agentur für Arbeit.
Unter dem Motto „Heißer Kaffee gegen soziale Kälte“ verteilten sie bei Minus 5 Grad Informationsmaterial und schenkten Kaffee aus.DSC_0147

Wer Hartz IV bezieht, muss jeden Cent zweimal umdrehen – das Geld reicht kaum zum Leben. Gesundes Essen, Kino, Ausflüge oder ein Restaurantbesuch sind da nicht drin. Unvorhergesehene Zusatzkosten wie beispielsweise eine neue Waschmaschine oder auch eine höhere Miete, deren Mehrkosten nicht vom Amt übernommen werden, bringen die Betroffenen in enorme finanzielle Schwierigkeiten.IMG-20170117-WA0000

Zusätzlich drohen den Hartz-IV-Beziehenden bei Verstößen gegen Auflagen sogenannte »Sanktionen«, die Kürzung der Hartz-IV-Leistungen. Und das, obwohl die Regelsätze so niedrig sind, dass sie das Existenzminimum definieren. Jede Kürzung verstößt somit gegen die Menschenwürde und gegen das Grundgesetz. DIE LINKE fordert deshalb die Abschaffung der Sanktionspraxis und die sofortige Anhebung des Hartz-IV-Satzes auf 500 Euro. Mittelfristig soll das »Arbeitslosengeld 2« durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung von 1.050 Euro ersetzt werden, um allen Menschen ein Leben in Würde ohne Angst vor Sanktionen zu gewähren.

Wir meinen: Es muss endlich Schluss sein damit, dass Erwerbslose durch Sanktionen gegängelt und in schlechte Jobs gedrängt werden! Daher sagen wir: »Mindestsicherung ohne Sanktionen statt Hartz IV!«.

Die Zukunft, für die wir kämpfen: Sozial. Gerecht. Für alle.

17. Januar 2017  Allgemein

Erster Entwurf des LINKEN Programmes zur Bundestagswahl 2017

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Es liegt an uns allen. Wollen wir den oberen Zehntausend in diesem Land mehr Macht und Einfluss geben und die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertiefen? Oder wollen wir den Sozialstaat stärken, neue und bessere Arbeit schaffen, für sichere Renten und ein gutes Leben für alle Menschen kämpfen? Wollen wir weiter den Politikerinnen und Politikern vertrauen, die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen verantworten und die Gesellschaft spalten? Oder sind wir bereit, uns mit den Reichen und Mächtigen anzulegen? Wollen wir Konkurrenzdruck, Angst und Verunsicherung nachgeben oder stärker über unser Leben selbst bestimmen?

Wie wir diese Fragen beantworten, wird über unsere Zukunft und unser Zusammenleben entscheiden. Wir, DIE LINKE, wollen eine Zukunft, für die es sich zu kämpfen lohnt: Wir wollen ein Land, in dem Alle ihren gerechten Anteil an der Gesellschaft haben. Wir wollen, dass alle Menschen frei von Armut sind und keine Angst vor sozialem Absturz haben. Wir wollen, dass Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen besser gestellt werden. Wir wollen ein Land, in dem Reichtum das ist, was Allen gehört: öffentliche Bildung, Gesundheit, Kultur. Wir wollen das Öffentliche stärken. Wir wollen ein Land, in dem alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, ihrer körperlichen Verfassung, ihrer Herkunft und sozialen Stellung, ihres Geschlechts, Alters oder ihrer sexuellen Orientierung. In dem niemand ausgegrenzt wird. Dafür treten wir an. Gegen den Hass, die Abschottung und die Vorurteile der Rechten. Für soziale Gerechtigkeit und Frieden und einen Aufbruch der Demokratie. (Aus der Einführung)

Entwurf als pdf-Datei 2017-01-14_bundestagswahlprogramm2017_erster_entwurf

Neujahrsempfänge der Partei DIE LINKE

05. Januar 2017  Allgemein
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Sahra Wagenknecht in Reutlingen 2013

Böblingen-Sindelfingen

Mittwoch, 18. Januar 18:00 Uhr Sindelfingen Stadthalle, Schillerstraße 23
Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag und Spitzenkandidatin der LINKEN zur Bundestagswahl 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

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Pflegenotstand stoppen: 100 000 Pflegekräfte mehr!

04. Januar 2017  Allgemein

csm_pflege100-000_test_8a64f2c097Herr Gesundheitsminister Gröhe,

in deutschen Krankenhäusern fehlen 100 000 Pflegekräfte. Die Folgen sind bekannt: fehlende Zuwendung, mangelnde Hygiene, mehr Unfälle.

Ich fordere Sie auf: Handeln Sie! Die Bundesregierung muss dringend per Gesetz festlegen, wie viele Pflegekräfte für wie viele Patienten und Patientinnen vorhanden sein müssen.

Hier unterschreiben:
>>>

Weitere Informationen in ver.di Publik:
Und auf einmal im Krankenhaus
Niemand ist wirklich davor gefeit, plötzlich ins Krankenhaus zu müssen. An einen Ort zu kommen, an dem sich die Sparpolitik in der Gesundheitsversorgung im wahrsten Sinn der Worte am eigenen Leib erfahren lässt. Unsere Redaktionskollegin hat es erlebt

Zum Bericht: >>>

Arbeitslosenstatistik: Eine Million weg gerechnet

03. Januar 2017  Allgemein

arbeitslosenstatistik

Lasst uns 2017 zum Jahr der Hoffnung machen

02. Januar 2017  Allgemein

Katja Kipping

kippingIch wünsche uns allen ein gutes neues Jahr, ein besseres Jahr 2017 in einer starken Demokratie mit einer selbstbewussten Linken. Wir alle, die wir uns zum gesellschaftlichen Lager der Solidarität zählen, sollten miteinander reden. Das gilt nicht erst seit dem schrecklichen Terroranschlag von Berlin. Es gibt eine oft aufgegriffene Formulierung von Antonio Gramsci: Eine Krise ist der Zustand, in dem das Alte abstirbt, aber das Neue noch nicht zur Welt kommen kann. Seltener wird der folgende Satz zitiert: In einer solchen Zeit der Zwischenherrschaft gibt es viele Gefahren, und es kann zu allen möglichen Krankheitserscheinungen kommen – es ist die Zeit der Monster.

Natürlich brauchen wir eine umfassende individuelle Sicherheit in unserem Land. Das bedarf aber nicht allein ein Mehr an Polizei, sondern muss auch ein glaubwürdiges Eintreten für soziale Sicherheiten und echte Demokratie mit einschließen. Terroranschläge jedweder Art sind unentschuldbar. Darüber sollte niemand streiten. Aber so lange auch westliche Regierungen die Ideale von Demokratie und Menschenrechten kontinuierlich konterkarieren, brauchen wir uns über die abnehmende Strahlkraft der Demokratie und die wachsende Attraktivität von reaktionären und fundamentalistischen Bewegungen nicht wundern. Das gilt umso mehr, angesichts einer weltweiten Interessenpolitik, die allzu oft jene terroristischen Monster erst groß werden lässt, die dann auch unsere unmittelbare Sicherheit hierzulande bedrohen. Denn in einer globalisierten Welt kommt früher oder später alles zum Absender zurück. Das verlangt auch, endlich das Falsche zu unterlassen: Schluss mit der Förderung von Terrorpaten wie Erdogan, Schluss mit Rüstungsexporten und der willkürlichen Missachtung von Demokratie und Völkerrecht und Schluss mit den Kriegseinsätzen der Bundeswehr. Zu dem was zu unterlassen ist, gehören auch zutiefst ungerechte Handelsbeziehungen, die ganze Regionen in Armut halten und die Menschen geradezu zwingen, woanders ihr Glück zu suchen. Machen wir uns bewusst, dass über 5.000 Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer starben und damit das Jahr 2016 zum tödlichsten in der Geschichte der EU-Flüchtlingspolitik wurde.
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Wir wünschen…

01. Januar 2017  Allgemein

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