Allgemein

12. Alternativer Neujahrsempfang: »Wir sind mehr!«

17. Januar 2019  Allgemein

Wir wollen ein friedliches Miteinander, weltweit, geprägt von Toleranz und gegenseitigem Respekt. Wir engagieren uns für einen Schutz gebenden und achtungsvollen Umgang mit Flüchtenden.
Wir setzen uns ein für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und für mehr soziale Gerechtigkeit.
Angesichts der Klimaveränderung und des für uns alle bedrohlichen Rechtsrucks in unserer Gesellschaft fordern wir von Wirtschaft und Politik ein Mehr an ökologischer, sozialer und demokratischer Gestaltung.
Wir sind selbst aktiv. Wir nehmen uns Zeit, um miteinander Perspektiven für eine bessere Zukunft und ein Mehr an gesellschaftlichem Zusammenhalt zu entwickeln.
WIR SIND MEHR!
Und wir freuen uns auf Sie.
Sonntag, 20.Januar 2019, 11–13.30 Uhr, Einlass 10:30 Uhr
Kulturzentrum franz.K, Unter den Linden 23, 72762 Reutlingen
Plakat Download (PDF)

Neujahrsempfang – Kampf gegen Ungleichheit

11. Januar 2019  Allgemein

ZWEI, DIE SICH SCHÄTZEN: DIE REUTLINGER BUNDESTAGSABGEORDNETE JESSICA TATTI (LINKS) UND GESINE LÖTZSCH, LANGJÄHRIGE ABGEORDNETE UND STELLVERTRETENDE FRAKTIONSVORSITZENDE DER LINKEN IM BUNDESTAG. FOTO: NIETHAMMER

VON ULRIKE GLAGE – GEA 11.01.2019

Linke – Neujahrsempfang mit Dr. Gesine Lötzsch und vielen Gästen. Einstimmung auf Kommunalwahlen

REUTLINGEN. »Ich glaube, wir brauchen ein größeres Wahlkreisbüro«, sagte Jessica Tatti augenzwinkernd zum Auftakt des Neujahrsempfangs der Linken mit Blick auf den proppenvollen Saal, die dicht umlagerten Stehtische und die bis in den Flur hinein stehenden Gäste. Die Reutlingerin blickte nicht nur zurück auf ihr erstes Jahr als Bundestagsabgeordnete, sondern wie Festrednerin Dr. Gesine Lötzsch auch nach vorn: auf die anstehenden Kommunalwahlen. Und da wollen die Linken im Gemeinderat und Kreistag ordentlich zulegen. Ein geräumigeres Büro könnte also durchaus notwendig werden.

Außer Parteifreunden waren Stadt- und Kreisräte fast aller Fraktionen gekommen, Sozialbürgermeister Robert Hahn, Vertreter aus dem sozialen und kulturellen Bereich, Gewerkschafter. Und, so Tatti: »Es gibt gewisse Chancen, dass der nächste Oberbürgermeister unter uns ist.« Denn bis auf CDU-Kandidat Dr. Christian Schneider und Andreas Zimmermann (Die Partei) waren alle Anwärter aufs OB-Amt zum Neujahrsempfang gekommen.

Der begann rockig mit »Madaus und Band« und insofern unüblich, als es den Begrüßungsdrink schon vor den Ansprachen gab. Den gut gelaunten Gästen gab Jessica Tatti einen persönlichen Einblick ins vergangene Jahr. »Es war politisch sehr turbulent und hat mein Leben verändert.« Inzwischen sei sie angekommen in ihrem »neuen« Leben als Bundestagsabgeordnete. In Berlin, aber auch in ihrem Wahlkreis Reutlingen: »Als ehemalige Stadträtin ist es mir wichtig, Ansprechpartnerin vor Ort zu sein.«

Als Glücksfall bezeichnete es Jessica Tatti, dass sie genau in den Ausschuss kam, in den sie unbedingt wollte: den für Arbeit und Soziales. Hier wie in der Enquete-Kommission »Künstliche Intelligenz«, in der sie ebenfalls Mitglied ist, gehe es um zukunftsträchtige Themen. »Da ist eine Politik gefragt, die die Transformation der Gesellschaft sozial gestaltet.« Arbeit müsse gerechter verteilt werden, etwa durch Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich.

 

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Nachruf · Karl Weingärtner Kämpfer für die Demokratie

11. Januar 2019  Allgemein

Bild: Schwäbisches Tagblatt

Von Uschi Kurz, Schwäbisches Tagblatt 10.01.2019

 

Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Prof. Karl Weingärtner ist tot. Er starb am 6. Januar im Krankenhaus an den Folgen eines Sturzes. Weingärtner wäre am kommenden Samstag 87 Jahre alt geworden.

Der gebürtige Heilbronner war ein Urgestein der Sozialdemokraten: Er war 52 Jahre Mitglied der SPD; 24 Jahre saß er im Reutlinger Gemeinderat, 13 Jahre im Reutlinger Kreistag und 12 Jahre lang im Stuttgarter Landtag. Weingärtner, der Geschichte studiert hat, war 30 Jahre lang Professor, sechs Jahre leitete er die Pädagogische Hochschule in Reutlingen. Ehrenamtlich engagierte er sich unter anderem beim Freundeskreis der Württembergischen Philharmonie und in der Arbeiterwohlfahrt.

Der ehemalige TAGBLATT-Redakteur Bernd Ulrich Steinhilber initiierte im Mai 2013 anlässlich der 150-Jahrfeiern der SPD eine Begegnung zwischen Weingärtner, seinem Parteifreund Peter Mürdter und der jungen SPD-Gemeinderätin Silke Bayer. Zum Gespräch im Oferdinger Haus von Weingärtner brachte sie eine rote Nelke mit. Und Karl Weingärtner (unser Bild) freute sich riesig, dass er Bayer endlich kennenlernte. Steinhilber schrieb damals: „Karl Weingärtner, aus einem Arbeiterhaushalt stammend, hat 1945 als 13-Jähriger erfahren, dass sein Vater ein radikaler Linker war. Gehört hat er es von einem Freund des Vaters, der aus Dachau kam. Und erfahren hat er auch, dass sein Vater eine ganze Schubkarre voll mit Werken von Marx und anderen Sozialisten in einen Bach geschüttet hat – ‚weil es so riskant war, diese Literatur zu besitzen‘“.

Auch andere Eindrücke waren Weingärtner immer noch präsent: die Leute, die aus dem Krieg zurück gekommen sind, die völlig kaputte Hitlerjugend: „Das hat mich bewegt und sehr stark politisiert.“

Historische Erfahrungen waren es, weshalb Weingärtner Sozialdemokrat wurde und sich als solcher immer der „Roten Fraktion“ zugehörig fühlte. Und er kannte keine Berührungsängste. Als die der Links-Partei nahestehende Rosa Luxemburg Stiftung 2008 zur Gründung eines Rosa-Luxemburg-Clubs in die Gaststätte „Waldesslust“ lud, hielt er einen Vortrag über Rosa Luxemburg, der um den Satz aus Luxemburgs Manuskript zur Russischen Revolution kreiste: „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ SPD-Fraktionschef Helmut Treutlein spricht von Weingärtner als unermüdlichem Kämpfer für die Demokratie. Die Demokratie brauche Demokraten, „die sie zu verteidigen wissen“, habe er immer gesagt.

Weingärtners Leidenschaft aber war die Kultur. Im Landtag war er kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Er setzte sich für die finanzielle Absicherung der Württembergischen Philharmonie ein und für eine Förderung der soziokulturellen Zentren. Weingärtner sprach das Wort Kultur immer französisch aus: „Culture“, weshalb er von manchen Journalisten bisweilen „Monsieur Culture“ genannt wurde. Und das war durchaus liebevoll gemeint.

Das war unser Jahr…

31. Dezember 2018  Allgemein


Die Hightlights unseres politischen Jahres.
Was fehlt: Infostände, Aktionen, Stammtische…

Die Eröffnung unseres neuen Büros, dank Jessica Tattis Einzug in den Bundestag
am 25. Januar mit Klaus Ernst und mehr als 100 Gästen.
https://die-linke-reutlingen.de/neujahrsempfang-im-neuen-buero/

30. Januar – die Linke Liste bekommt im Gemeinderat die Mehrheit einige ihrer Anträge zu Luftreinhaltung (Lastenräder statt Lieferwagen in der Innenstadt, Mobilitätspunkte, Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung).
https://lili-rt.de/2018/03/06/links-wirkt-teilerfolge-der-linken-liste/
https://lili-rt.de/2018/01/19/unsere-vorschlaege-zur-luftreinhaltung/

Am 14. Februar berichtete Jessica Tatti bei einem
öffentlichen Stammtisch über ihre ersten Erfahrungen als Bundestagsabgeordnete.
https://die-linke-reutlingen.de/bericht-aus-berlin/

Internationaler Frauentag am 8. März. DIE LINKE beteiligt sich an der Demonstration und Kundgebung.
https://die-linke-reutlingen.de/8-maerz-internationaler-frauentag-3/

ebenfalls am Warnstreik des öffentlichen Dienstes auf dem Reutlinger Marktplatz.
https://die-linke-reutlingen.de/die-linke-solidarisch-an-der-seite-der-beschaeftigten-im-oeffentlichen-dienst/

14. März – Thomas Ziegler und Rüdiger Weckmann laden zu Pressegespräch ein.
Die Stadträte der Linken sprechen über die Probleme der Stadt:
Schwerpunkt Luftreinhaltung und Auskreisung.
https://lili-rt.de/2018/03/15/rathauschaos-in-reutlingen-die-stadtraete-der-linken-sprechen-ueber-die-probleme-der-stadt/

Am 31. März beteiligen sich zahlreiche Reutlinger am Stuttgarter Ostermarsch.
https://die-linke-reutlingen.de/ostermarsch/

Am 4. April referierte Claudia Haydt über „Syrien – Hölle mit Ansage“.
https://die-linke-reutlingen.de/veranstaltung-zu-syrien-mit-claudia-haydt/

12. April – erste kulturelle Veranstaltung im Linken-Büro: „Kleinstadthippies“.
https://die-linke-reutlingen.de/kultur-im-saal-des-linken-bueros/

26. April Thomas Ziegler „Ein streitbarer Linker gibt Mandat ab“.
https://lili-rt.de/2018/03/24/thomas-ziegler-gibt-mandat-ab-presseberichte/

Thomas Ziegler: Nach 35 Jahren Kommunalpolitik – ein Schritt zurück.

26. April Carola Rau wird Stadträtin.
https://lili-rt.de/2018/04/04/folgt-auf-thomas-ziegler-carola-rau-wird-stadtraetin/

30. April – Vortrag über die berühmte Fotografin Gerta Taro von Reinhard Neudorfer.
https://die-linke-reutlingen.de/gerta-taro-und-der-spanische-buergerkrieg/

23. Mai Tobias Pflüger berichtet über seine Afghanistan-Reise als BT-Abgeordneter.
https://die-linke-reutlingen.de/tobis-pflueger-berichtet-aus-afghanistan/

25. Mai – Ausführlicher GEA-Bericht über die Idee einer autofreien Altstadt:
https://lili-rt.de/2018/05/24/ziel-autobefreite-altstadt/

Für diese Idee findet sich eine Gemeinderatsmehrheit:
https://lilirt.files.wordpress.com/2018/09/interfraktioneller-antrag_autofreie-altstadt_24-09-2018.pdf

Am 6. Juni widerspricht Jessica Tatti in ihrer ersten Bundestagsrede der CDU/SPD
deren Schönreden des Arbeitsmarkts:
https://die-linke-reutlingen.de/cdu-und-spd-feiert-situation-auf-dem-arbeitsmarkt-jessica-tatti-antwortet/

20. Juli – Frank Tempel – Drogenfahnder – referiert zum Thema Drogen.
https://die-linke-reutlingen.de/drogenverbote-loesung-oder-teil-des-problems/

August
Jessica Tatti geht mit den Reutlinger linken Mandatsträgern auf Tour zu ihren Sommergesprächen:
https://die-linke-reutlingen.de/sommergespraeche-zu-aktuellen-themen/

2. Oktober – Antrag der Linken Liste findet Mehrheit:
https://lili-rt.de/2018/10/02/reutlinger-verkehrsuebungsplatz-bekommt-toilettencontainer/

4. Oktober – Elisabeth Abendroth referiert über ihren berühmten Vater Wolfgang Abendroth
https://die-linke-reutlingen.de/elisabeth-abendroth-berichtet-ueber-ihren-vater/

5. bis 7. Oktober Eine Gruppe der Reutlinger Linken trifft sich zum Austausch in Remscheid mit den dortigen Linken.
https://die-linke-reutlingen.de/die-linke-remscheid-empfing-gaeste-aus-pirna-und-reutlingen/

14. Oktober – der Parteivorsitzende Bernd Riexinger stellt sein Buch vor: „Gute Arbeit für alle – Neue Klassenpolitik“.
https://die-linke-reutlingen.de/bernd-riexinger-kommt/

23. Oktober – Rüdiger Weckmanns Rede zur Haushaltseinbringung:
https://lili-rt.de/2018/10/24/rede-zum-reutlinger-doppelhaushalt/

11. November – der Historiker Stefan Bollinger referiert über die November-Revolution vpr 100 Jahren.
https://die-linke-reutlingen.de/november-1918-als-die-revolution-nach-deutschland-kam/

22. November – Die erste Nummer der lokalen linken Zeitung „Standpunkte“ erscheint.
https://die-linke-reutlingen.de/standpunkte-erste-nummer-erschienen/

25. November – Karl-Heinz Bischof spricht für DIE LINKE beim Gedenktag für die Opfer des Faschismus.
https://die-linke-reutlingen.de/karl-heinz-bischofs-rede-vvn-gedenkfeier/

Dezember
Haushalt Kreistag – Erfolge in den Vorberatungen:
https://lili-rt.de/2018/12/15/bereits-erfolge-fuer-haushaltsantraege-der-kreis-linken/

Thomas Zieglers Haushaltsrede im Kreistag:
https://die-linke-reutlingen.de/thomas-zieglers-rede-zum-kreishaushalt-2019/

Haushalt Gemeinderat: Carola Raus Haushaltsrede am 18.12.:
https://lili-rt.de/2018/12/19/carola-raus-haushaltsrede-am-18-dezember/

Thomas Zieglers Rede zum Kreishaushalt 2019

21. Dezember 2018  Allgemein

Thomas Ziegler

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Landrat,
meine Damen und Herren,

wir alle, die wir heute über den Haushalt des Landkreises Reutlingen für das Jahr 2019 abzustimmen haben, sind erfahrene Kommunalpolitiker, die mit den Lebensverhältnissen unserer Einwohner im Landkreis zumindest einigermaßen, mit jenen unserer Bürger vor Ort bestens vertraut sind. Uns allen ist nicht verborgen geblieben, dass sich die Lebensumstände unserer Bürger in den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren deutlich verändert haben, hin zu einer zunehmenden Auseinanderentwicklung zwischen – grob gesagt – arm und reich; genauer: in eine kleine, aber abgesichert wohlhabende Oberschicht einerseits und in nicht nur um ihr Dasein kämpfende Bedürftige, sondern zudem um einen um seine Zukunft zunehmend besorgten, ja bangenden Mittelstand.
Uns ist wohl bewusst, dass die dafür verantwortlichen ausschlaggebenden politischen Entscheidungen – Hartz IV bildet lediglich die berüchtigtste davon – nicht hier, sondern in vormals Bonn und jetzt Berlin, teils auch in Brüssel getroffen wurden.
Dennoch: auch wir auf kommunaler Entscheidungsebene können und dürfen uns unserer sozialen Verantwortung, dort wo wir noch Einfluss zu nehmen vermögen, nicht entziehen – sondern haben uns ihr zu stellen!

Für unsere Einwohner bilden ihre Möglichkeiten, Orte außerhalb ihres eigenen Wohnorts aufzusuchen, maßgeblichen Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe, oft zudem Voraussetzung für Bildung – nicht nur schulische – und Aufnahme sowie Ausübung einer Berufstätigkeit.

Dass für Jemanden, der auf den Bezug von Leistungen ALG II – Hartz IV – angewiesen bleibt, aus dessen Regelsatz für monatliche Fahrtkosten lediglich ein Anteil vorgesehen ist von € 30, schreit zum Himmel:
die Monatskarte für eine Naldo-Wabe kostet demgegenüber € 56,80 –
und dies für all jene Menschen aus unserem Kreis, die auf Bus und Bahn dringend angewiesen sind, da diese für sie häufig das einzige Fortbewegungsmittel bilden.
Das Sozialticket wird von uns Linken deshalb für diesen Kreishaushalt erneut zum Antrag gestellt – steter Tropfen höhlt den Stein. Immerhin bewegt sich naldo in seinen Tarifstrukturen in letzter Zeit zwar langsam, aber doch erkennbar verstärkt auf eine mehr soziale Komponente zu.
Gleiches gilt für unseren Antrag auf eine kostenreduzierte Schülermonatskarte: Dass Semester-Tickets für Studenten preisgünstiger ausfallen als Schülerkarten, bleibt weiterhin skandalös und ist durch nichts zu rechtfertigen: Schulbesuch darf mindestens ebenso wie der Besuch einer Hochschule nicht durch die Barriere der Fahrtkosten dorthin erschwert werden!

 

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Rückkehr der Atomkriegsgefahr?

30. November 2018  Allgemein

Bildergebnis für atombomben die linkeWir laden ein zum öffentlichen Stammtisch: Am Mittwoch, den 05. Dezember um 19:30 Uhr im Cafè Nepomuk.
Hans Schäfer referiert über die veränderten Strategien der Atonmächte.

Teilweise arbeiten diese daran, die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen abzusenken, um die Abschreckung zu erhöhen, was aber gleichzeitig das Risiko erhöht, tatsächlich in einen atomaren Krieg einzutreten.
Für den Einsatz im Ernstfall lagern die USA nicht nur ca. 90 eigene Atombomben auf deutschem Boden, sondern zugleich zwischen 40 bis 60 Bomben für die Verwendung durch deutsche Soldaten.
Ein Umstand, den die deutsche Regierung nicht in Frage stellt. Im Gegenteil. Die Bundeswehr ist angewiesen, sich auf die atomare Option vorzubereiten. Mit der Ausbildung von Soldaten für den Atomwaffeneinsatz, mit deutschen Spezialflugzeugen und der Lagerung von US-Atomwaffen in Ramstein und Büchel beteiligt sich Deutschland aktiv an der Vorbereitung eines Atomwaffeneinsatzes.

Karl Heinz Bischofs Rede bei der VVN-Gedenkfeier

25. November 2018  Allgemein

Bei der VVN/BdA-Gedenkfeier am 25.11.2018 auf dem Reutlinger Friedhof unter den Linden sprach Karl Heinz Bischof für DIE LINKE:

Der Volkstrauertag geht zurück auf das Jahr 1919 und sollte an die Toten des 1.Weltkriegs erinnern. Inzwischen gedenken wir jedes Jahr aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Im Gedenken an Vergangenes ist das Besinnen auf das Gegenwärtige und der Blick auf Künftiges fast so etwas wie eine Lebensweisheit! Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus ist die aus bitterer Erfahrung entstandene Losung, die uns mitgegeben wurde. Was machen wir daraus?
Ich erinnere dabei an einen Begriff. Wer in Deutschland z. B. Heimat sagt, stößt bei Linken oft auf Unbehagen. Für mich selber war das, fast ein Leben lang, ein Begriff des Kleinbürgertums und irgenwie tabu. Und heute frage ich mich – warum eigentlich? Heimat betrifft uns doch alle! Und neuerdings komme ich zu der Auffassung, dass man den Begriff nicht den Pegidisten, Identitären und überhaupt den Rechten überlassen darf!

Und der Blick auf Künftiges? Wie werden wir lernen mit dem Überwachungskapitalismus umzugehen? Intensiver Austausch wird nötig sein – zwischen allen in der Gesellschaft! Wir müssen darauf gefaßt sein, dass die nächste Dekade im Zeitraffertempo an uns vorbei und wir mit durch die Entwicklung rauschen werden! Was zu tun bleibt? Ein Blick voraus – Was erwartet uns?
Ein Szenario, das Shoshana Zuboff, den Überwachungskapitalismus nennt! Google, Facebook, Amazon – werden sie es schaffen, uns zu ihren neuzeitlichen Sklaven , im übertragenen Sinn, zu verwandeln?
Das, was Google, Facebook, Amazon und andere anstreben ist die Verfügungsgewalt über unsere Daten, mit denen sie unvorstellbare ökonomische Macht anhäufen!
Wir haben ihnen die Kontrolle überlassen und dies ist ein Appell an uns, ich appelliere an alle, an diejenigen von uns, die sich in den digitalen Medien bewegen – aber vor allem an die Politik, an die Gesellschaft – uns diese Kontrolle zurückzuholen! Möglicherweise
sind wir aber alle auch schon so abgestumpft und bemerken gar nicht mehr, welcher Wandel der kapitalistischen Methoden sich hier bemerkbar macht, dass wir diesen Wandel so ungerührt hinnehmen!
Facebook wird uns als Zerstreuung, als Fenster zur Welt angepriesen – es ist ein Problem – ein Schwachsinn! Der Algorithmus der Facebook-Plattform begünstigt emotionale Geschichten, wilde Gerüchte und diffarmierende Lügen. Sie werden zigtausendfach weiterverbreitet und das viel, viel häufiger als seriöse Nachrichten! Die Macher um Mark Zuckerberg haben das Problem bis heute nicht im Griff! Sie verdienen damit Geld – sie wollen das doch überhaupt nicht in den Griff bekommen!
Die Maschine, die sie gebaut haben gefährdet unsere Demokratie, den Rechtsfrieden und den Anstand! Und den Frieden!

Seien wenigstens wir, wieder einmal, Sand im Getriebe!

Standpunkte – die erste Nummer ist erschienen!

22. November 2018  Allgemein

Die Zeitung für Reutlingen der Linken Liste und der Partei DIE LINKE

Hier herunterladen:

Standpunkte

November 1918 – Als die Revolution nach Deutschland kam

08. November 2018  Allgemein

Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

11.11.2018, 10:30 – 12:30 Uhr im Wahlkreisbüro Jessica Tatti
Karlstr. 16 (Eingang Mauerstraße) 72764 Reutlingen

Vortrag/Diskussion mit dem Historiker Dr. Stefan Bollinger

Dr. Stefan Bollinger

Im November 1918 war der Krieg für die Deutschen nicht mehr zu gewinnen, und doch sollte die Flotte in eine letzte, todbringende Schlacht geschickt werden. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Die Matrosen probten den Aufstand gegen die imperialistischen Eliten, gegen die antidemokratischen Verhältnisse im Land, gegen die Kriegstreiber und das Elend, das sie über die Bevölkerung gebracht hatten. Wie ein Lauffeuer griff ihr Impuls um sich, Massendemonstrationen zogen durch die Städte, Arbeiter- und Soldatenräte gründeten sich als alternative Regierungsformen. Doch von Anfang an kämpften die Revolutionäre mit ihrer inneren Zerrissenheit: Die Spitzen der SPD wollten einen bedächtigen Wandel im Schulterschluss mit den alten Eliten, die Sozialisten einen radikalen Umsturz hin zu basisdemokratischen Verhältnissen. In ihrer Angst vor einem Bürgerkrieg griff die SPD-Regierung schließlich zu blutiger Gewalt gegen die eigenen politischen Weggefährten

Der Historiker Stefan Bollinger liefert nicht einfach einen weiteren Abriss der Ereignisse, sondern schildert anhand zahlreicher Originaldokumente packend die Stimmung im Land und geht der Frage nach, was die Akteure motivierte, ihre Entscheidungen so und nicht anders zu treffen. Was wäre möglich gewesen, wenn etwa Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf der politischen Führungsebene mehr Gehör gefunden hätten? Hätte der Faschismus verhindert werden können? Und was lässt sich aus dieser Revolution und ihrem Scheitern für unsere Gegenwart lernen?

Veranstaltung in Kooperation mit Jessica Tatti, MdB

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Die November-Revolution in Reutlingen

08. November 2018  Allgemein

Ansichtskarte zur Ausrufung der Republik am 11. November 1918 –
Reutlinger Rathaus

Am Montag, 11. November 1918

Rote Fahnen gehisst

Ende Oktober 1918 sollte die Entscheidungsschlacht der Marine gegen die britische Flotte herbeigeführt werden. Die Marinesoldaten rebellierten dagegen. Von Kiel aus trugen die Matrosen die Revolution durch ganz Deutschland. Überall schlossen sich Soldaten und Arbeiter an. Sie wählten Räte als Organe ihrer neuen Macht. Am 9. November erreichte die Revolution Berlin. Es wurde von Philipp Scheidemann (SPD) die „Republik“ und von Karl Liebknecht (Spartakusbund) die „Deutsche Sozialistische Republik“ ausgerufen. In wenigen Monaten wurde mehr erreicht, als in 50 Jahren zuvor: Republik, 8-Stundentag, 1. Mai arbeitsfreier Arbeitstag 1919, Frauenwahlrecht, Betriebsrätegesetz, Anerkennung von Gewerkschaften und Tarifverträgen. Versäumt wurde allerdings, die Macht der Junker und der Ruhr-Barone zu brechen. Sie behielten Besitz und politischen Einfluss. Sie nutzten beides gegen die Republik.

Am 4. November 1918 bildete sich in Stuttgart ein Arbeiterrat. Der Schriftsetzer Fritz Rück und August Thalheimer waren Mitglieder, es begann die Revolution in Stuttgart. Daraufhin versuchte die württembergische Regierung durch Verhaftung der beiden Spartakusführer Fritz Rück und August Thalheimer am 6./7. November 1918 die Unruhen in Stuttgart zu unterdrücken. August Thalheimer war vom 31. August bis 4. November 1918 in Reutlingen gemeldet. Er war Aushilfslehrer an der Oberrealschule (heute Keplergymnasium) bis Sonntag 20. Oktober. August Thalheimer arbeitete im 5köpfigen Spartakisten-Aktionsausschuss in Stuttgart zur Vorbereitung des Umsturzes mit.

In Reutlingen erschienen am Abend des 9. November Extrablätter des Reutlinger Generalanzeigers und der Schwarzwälder Kreiszeitung mit der Meldung, dass in Stuttgart die Republik ausgerufen wurde. Am Wochenende vom 9. auf den 10. November übernahm der Soldatenrat in der Garnison Reutlingen die Führung. Im Laufe des Sonntags, 10. November bildete sich ein von der SPD dominierter 16köpfiger Arbeiterrat. Arbeiter- und Soldatenrat erließen gemeinsam die Anordnung, dass am 11. November alle Reutlinger Betriebe geschlossen bleiben. Gleichzeitig wurde zu einer Kundgebung für den 11. November aufgerufen.

Am Montag 11. November wurden auf der Reutlinger Kaserne (Hermann-Kurz-Schule), dem Oberamt (Landratsamt) und dem Rathaus Rote Fahnen gehisst. 5.000 bis 6.000 Menschen marschierten zu einer Kundgebung auf dem Markplatz. Da es noch keine Lautsprecheranlagen gab, wurden 3 Rednerbühnen aufgebaut, um viele Menschen von den Rednern zu erreichen, Es sprachen die drei Arbeiterrats-Mitglieder Jacob Kurz, Albert Ruoff und Ludwig Sailer für die Einführung der Republik aus. Am Rathaus wurde die Rote Fahne gehisst. So schnell wie die Revolution nach Reutlingen kam war sie auch wieder weg.
(Holger Lange, Historiker, Reutlingen).