Die “falschen Freunde” der AfD Reutlingen

24. Januar 2014  Allgemein

“Wir nationalen Demokraten freuen uns auf eine kooperative Zusammen- und Mitarbeit” heißt es in einem Flugblatt der NPD, die sich damit der neuen Partei AfD andienen will. Roland Hauser bemerkte im heutigen GEA dazu, dass man sich seine Freunde nicht aussuchen könne. Der Reutlinger AfD-Kreisverband distanzierte sich von der NPD. Die Frage, warum die NPD auf diese Idee kommt, bleibt im GEA-Kommentar unberührt.

Der Redner des AfD-Neujahrsempfangs im Spitalhof war Professor Joachim Starbatty aus Tübingen, ein Spitzenkandidat dieser Partei. Dieser war stellvertretender Vorsitzender im rechtspopulistischen „Bund freier Bürger“ (BfB), der teilweise als Vorläufer-Projekt der AfD angesehen wird. Zudem ist er Autor im Kopp-Verlag, der diversen Rechtspopulist*innen, Ras-sist*innen und Antifeminist*innen eine Veröffentlichungsplattform bietet und er ist ein häufiger Referent bei deutschnationalen Burschenschaften (z.B. bei der Tübinger Burschenschaft Germania Straßburg am 15. April 2013). Über Hansjörg Schrade, einer der Reutlinger AfD-Aktivisten schrieb DIE ZEIT im April 2013:” Bei der AfD vermisst der Exgrüne “innerparteiliche Demokratie”. Der Gründungsparteitag sei ein “Diktat der Disziplin” gewesen, kritisiert Schrade. Parteisprecher Bernd Luke habe Anträge abgebügelt, das durchgepeitschte Parteiprogramm  sei durch einen Beschluss “betoniert” worden, wonach es nur noch mit Dreiviertelmehrheit geändert werden kann. Wenn es sein muss, auch mit rechtskonservativen und rechtspopulistischen Mitstreitern. Man müsse “rechte Leute mit offenen Armen aufnehmen”, sagt Schrade. Es seien ohnehin zu wenige, um Einfluss auf den Kurs der Partei zu haben, hofft er.”

Am 4. 9.2013 hielt Dr. Alexander Gauland, dem rechtskonservativen Aushängeschild der AfD in der Julius-Kemmler-Halle in Reutlingen-Betzingen einen Vortrag. Auf dieser AfD-Veranstaltung wurden Gratis-Exemplare der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ verteilt. Niemand, auch der anwesende Reutlinger AfD-Spitzenkandidat, nahm daran Anstoß.

Markus Frohnmaier, der stellvertretende Sprecher des Tübinger AfD-Kreisverbandes, Vorsitzender der AfD-Hochschulgruppe war regionaler Koordinator der „Aktion Linkstrend stoppen“ für die Region Schwaben. Diese Aktion wendet sich gegen die „Geschlechterumerziehung des „Gender Mainstreaming“, Homo-Ehe“ oder die „Gängelung von Unternehmen durch das „Antidiskriminierungsgesetz““ und „eine gescheiterte Multi-Kulti-Integrationspolitik“. Sie fordert zudem „der Gefahr der Islamisierung entgegenzutreten, das christliche Erbe zu verteidigen und dem EU-Beitritt der Türkei eine klare Absage zu erteilen“

Quellen:
http://antifatuert.blogsport.de/2013/09/22/zur-neuen-rechtsaussen-partei-alternative-fuer-deutschland/

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-04/afd-mitglieder-portrait/seite-4