GEA-Kommentar vom 28.01.2014 zum Mindestlohn “Gut gemeint, aber riskant”

28. Januar 2014  Allgemein, GEA kommentiert

“Einen signifikanten Verlust von Arbeitsplätzen fürchten die Experten (der Hans-Böckler-Stiftung) nicht.”
GEA-Kommentator Christof Schneider: “Kein geringerer als der oberste Wirtschaftsweise, Christoph Schmidt, hält wiederum dagegen”. Viele neue Arbeitsplätze könnten wegfallen oder gar nicht entstehen, wenn der Mindestlohn kommt.
Das ist mal wieder das typische politische Stammtischgerede sog. Wissenschaftler. Der „Wirtschaftsweise“ hat keinerlei neue Belege oder keine neuen Erkenntnisse und er kann auf keine neue Studie verweisen, das ist ausschließlich vorurteilsbeladene aus-dem-Bauch-Ökonomie. Der GEA-Kommentator fällt aus lauter Ehrfurcht vor dem “obersten Wirtschaftsweisen” darauf rein.

Nicht ganz auf der Höhe
Unter dieser Überschrift plädiert Gerhard Bosch im Handelsblatt vom 21.11.2013 für einen Mindestlohn. Neuere Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Beschäftigten mehr Geld in der Tasche hätten und die Auswirkungen auf die Beschäftigung nicht signifikant seien. Mit verbesserten Methoden seien alte Studien mit einem negativen Ergebnis widerlegt. Die meisten britischen und amerikanischen Ökonomen hätten angesichts dieser Faktenlage ihre Meinung über einen Mindestlohn geändert. Im neuen Jahresgutachten des Sachverständigenrates behaupte die Mehrheit, dass die meisten internationalen Studien auf negative Effekte von Mindestlöhnen hinwiesen. Belegt würde diese Fehldiagnose nur durch eine Literaturstudie, die den aktuellen Forschungsstand völlig ausblende.
Die Schwierigkeiten vieler Ökonomen, Forschungsergebnisse zu akzeptieren, die nicht in ihr Weltbild passten, würden noch offenkundiger in einer Zusammenfassung der Evaluation von sechs Branchenmindestlöhnen in Deutschland vom Institut der deutschen Wirtschaft. Alle Studien zeigten, dass die Mindestlöhne der Beschäftigung nicht geschadet hätten. Beim IW lese man jedoch, dass 47 Prozent der Messungen negative Wirkungen signalisierten.
In beiden genannten Fällen sei gegen den Ethikkodex verstoßen worden, den der Verein für Sozialpolitik 2012 aufgestellt habe, nämlich den „Stand der Forschung angemessen und nach herrschenden Normen zu würdigen“. Es dränge sich die Frage auf, warum kluge Wissenschaftler ihre Reputation aufs Spiel setzten.
Quelle: Handelsblatt (Printfassung vom 21. 11.2013)