Gemeinderat: Hitze trifft nicht alle gleich

Klimaanpassung ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit

Die vergangenen Juni-Tage waren die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Prognosen deuten darauf hin, dass künftig noch höhere Temperaturen geben wird. Die Klimakrise ist da. Sie betrifft den Alltag vieler Menschen. Dabei zeigt sich, dass Hitze auch eine soziale Frage ist. Menschen mit geringem Einkommen leben oft in schlecht isolierten Dachwohnungen oder an stark versiegelten Straßen, die sich besonders stark aufheizen. Arbeiter auf dem Bau, in der Landwirtschaft, bei der Müllabfuhr oder in der Pflege sind hohen Temperaturen häufig schutzlos ausgesetzt. Ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen haben zudem ein höheres Risiko für hitzebedingte Erkrankungen.

Die Stadt muss ihren Teil zum Klimaschutz beitragen und sich an die Folgen der Erderwärmung anpassen. Die LINKE hat dazu seit Jahren konkrete Vorschläge in den Gemeinderat eingebracht. Wir fordern den Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“, um weitere Flächenversiegelung zu vermeiden. Daher haben wir den Flächennutzungsplan abgelehnt, der einen zusätzlichen Verbrauch von rund 80 Hektar auf der grünen Wiese vorsieht. Statt immer mehr Fläche dem Autoverkehr zu widmen, braucht Reutlingen mehr entsiegelte Bereiche, schattige Plätze mit Sitzgelegenheiten, zusätzliche Trinkbrunnen und eine konsequente Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips. So kann Regenwasser gespeichert und die Stadt abgekühlt werden. Auch Frischluftschneisen sind wichtig. Sie leiten kühlere Luft in die Innenstadt. Das von uns beantragte Verbot der Zweckentfremdung bringt leerstehende Wohnungen wieder auf den Markt. So vermeiden wir zusätzlichen Flächenverbrauch. Klimaanpassung und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen.

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