Im Reutlinger GEA vom 07.11.2013 gelesen und kommentiert

07. November 2013  GEA kommentiert

Vertuschen und Schönreden…

so kann man den heutigen GEA-Bericht über die private Verschuldung in Deutschland beschreiben. Trotz niedriger Zinsen und “guter Aussichten auf dem Arbeitsmarkt” gelänge es vielen Menschen in Deutschland nicht ihre Schulden zu bezahlen.

“Gute Aussichten” für über zehn Millionen prekär Beschäftigte und fast 7,2 Millionen in ungesicherten Minijobs? Für fünf Millionen Menschen ist dieser Minijob der Hauptjob. Zwei Millionen Beschäftigte arbeiten unfreiwillig Teilzeit. Hinzu kommen zwei Millionen Einzelunternehmer mit einem Durchschnittsverdienst von rund tausend Euro brutto im Monat. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stuft jeden vierten deutschen Beschäftigten als Niedriglöhner ein, weil er weniger als 9,54 Euro pro Stunde erhält.
Hinzu kommt die steigende Altersarmut. Im vergangenen Jahr lag jede zweite Rente unter 700.-€. Entgegen der beschönigten offiziellen Arbeitslosenstatistik sind nicht 2,8 sonder 3,6 Millionen arbeitslos.
All dies wird in den dpa-Artikel verschwiegen. Statt dessen werden als Ursache individuelles Fehlverhalten wegen “überzogenen Konsumausgaben etwa für Handys und Autos” genannt, sowie steigende Belastungen durch fixe Kosten für Strom oder Mieten. Letzteres belastet die Menschen mit zu geringen Einkommen so starkt, dass eine Überschuldung oft unvermeidlich ist.