Im Reutlinger GEA vom 31.10.2013 gelesen und kommentiert

31. Oktober 2013  GEA kommentiert

Arbeitslosenzahlen: Schöner Schein trügt massiv

Auf Seite 1 meldet der GEA die Zahl von 2,8 Miliionen Arbeitslosen im Oktober. DIE LINKE hat auch in diesem Monat nachgerechnet: Ganz ohne statistische Taschenspielertricks läge die Zahl der Arbeitslosen deutlich höher, nämlich bei 3,643 Millionen.
Allein 1,3 Millionen Beschäftigte gibt es, die ihr Niedrigeinkommen mit Hartz IV aufstocken müssen. 2,7 Millionen Beschäftigte müssten mit einem Zweitjob ihren Lebensunterhalt bestreiten. Außerdem ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen auf nunmehr 1,041 Millionen weiter gestiegen.

Dazu passt der Bericht auf Seite 5:  “Stress, Sorgen und Konflikte”, zum Bericht der Techniker Krankenkasse, der als Hauptquelle den beruflichen Stress angibt. Die einen haben zuviel Arbeit mit hohem Leistungsdruck. Die anderen zuwenig, beziehungsweise gar keine Arbeit. Ein noch belastender Stress, bei sozialer Ausgrenzung. Stress lindernd für diese Personengruppe sind die Angebote der Reutlinger Arbeiterbildung, die nicht nur bei Problemen mit dem Job-Center und der Agentur für Arbeit helfen, sondern auch einen Ort der Begegnung bieten: Jeden Freitag 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr Frühstück, einmal monatlich gemeinsames Kochen und abendlicher Stammtisch, sowie weitere Projekte:   Homepage der Arbeiterbildung.

Siehe auch “Die Lüge vom Jobwunder” Publik Forum

Zur Stressproblematik:

“Arbeit ist der Stressfaktor Nummer eins. Bereits in der letzten Legislaturperiode haben DIE LINKE, Grüne und SPD eine Anti-Stress-Verordnung gefordert. Detaillierte Vorschläge liegen vor. Die Bundesregierung verharrte in Untätigkeit und hat das Problem nun verschleppt”, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann, Sprecherin für Arbeits- und Mitbestimmungspolitik der Fraktion DIE LINKE, die Ergebnisse der heute veröffentlichten TK-Studie zur Stresslage der Nation. Krellmann weiter:

“Weiterer Stillstand gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten. CDU und SPD stehen in der Verantwortung, in den Koalitionsverhandlungen wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Stress zu vereinbaren. Arbeit darf nicht krank machen.

Mit einer Anti-Stress-Verordnung und besseren Regelungen zur Arbeitszeit muss gegen überhöhten Leistungsdruck, zu viel Arbeit und entgrenzte Arbeitszeiten vorgegangen werden. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn und der Abschaffung der sachgrundlosen Befristung sind finanziellen Sorgen und unsicheren Berufsperspektiven entgegenzutreten.”

Psychische Belastung durch Arbeitslosigkeit: SPIEGEL-Artikel