Stimmen aus dem Gemeinderat: Internationale Studie: 2300 Hitzetote fordern neue Mobilitätspolitik

Unser Artikel als Fraktion Die LinkePARTEI im Gemeinderat Reutlingen, wie er am 25.07.2025 im Amtsblatt veröffentlicht wurde:

Zehn Tage, zwölf Städte und 2300 Hitzetote: Das ist die Bilanz eines internationalen Forschungsteams zur Hitzewelle, die zwischen Ende Juni und Anfang Juli Europa heimsuchte. Zwei von drei Todesfällen durch Hitze. Die Studie sollte ein Weckruf sein, die Verkehrswende endlich ernsthaft voranzutreiben. Denn diese würde nicht nur für eine deutliche Abkühlung in Städten sorgen – sie trüge auch zu einem sozial gerechten Hitzeschutz bei.

Der städteplanerischen Fokus auf das Auto führt dazu, dass es in Städten deutlich wärmer ist als im Umland: Versiegelte Parkplätze und Straßen nehmen Hitze auf, verdrängen Grünraum und führen so dazu, dass sich die Hitze staut.

Die die immer extremer werdende Hitzewellen müssen mit Klimaanpassungsmaßnahmen beantwortet werden: Flächen lassen sich entsiegeln; asphaltierte Straßen können grünen Korridoren weichen, die kühlere Luft aus der Umgebung in die Stadt tragen; die Echaz kann die Innenstadt kühlen, wenn ihr wie geplant mehr Platz geben wird und wo Autos sich 23 Stunden am Tag ungenutzt aufheizen, könnten Parkbäume Schatten spenden.

Davon profitieren würden vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, denen die Hitzewellen besonders zu schaffen machen – und jene, die sich nicht in eine klimatisierte Stadtwohnung zurückziehen können, wenn die Sonne richtig brennt. Die Wünsche und Forderungen der Teilnehmenden an der Reutlinger „Begleitgruppe Mobilitätskonzept Altstadt“ gehen alle in diese Richtung. In diesem Prozess wird der von uns initiierte interfraktionelle Antrag „Autofreie Altstadt“ mit Maßnahmen abgearbeitet, zu denen weitere Anträge der Linken vorliegen: Die Altstadt soll nur noch Anlieger frei sein, die Kanzlei- und die Metzgerstraße autofrei.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.