Staatliche Förderbanken: nichts gelernt aus der Finanzkrise?

26. September 2012  Allgemein

Der peinliche Auftritt des Reutlinger Abgeordneten Nils Schmid
in der Panorama-Sendung vom 23.08.2012.

“Auch in Baden-Württemberg hat eine Förderbank 6 Milliarden Euro in solche riskanten Papiere investiert: die staatliche L-Bank. Immerhin hat sie seit der Bankenkrise den Neuerwerb gestoppt. Doch die Kontrolle über die Milliarden-Altlasten ist auch hier von wenig Expertenwissen beeinflusst.”

“… einige Anlagen der L-Bank sind nach Einschätzung von Moodys riskant.
Die Ratingagentur warnt im aktuellen Bericht, dass 1,6 Milliarden Euro vor allem in ABS und so genannten Credit Linked Notes – kurz CLN – stecken. Sicher sehr komplizierte Papiere. Aber wie kann man eine Bank beaufsichtigen, ohne sie zu durchschauen?
Nils Schmid ist der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums.
O-Ton Panorama:
„Können Sie solche komplexen Geschäfte eigentlich überhaupt überblicken? Also wissen Sie zum Beispiel, was ist ein CLN?“
O-Ton Nils Schmid, Wirtschaft- und Finanzminister Baden-Württemberg:
„Uns wird es erklärt. Wir haben gerade auf der letzten Verwaltungsratssitzung mit den Wirtschaftsprüfern intensiv über diese Papiere auch in den Kategorien diskutiert.“
O-Ton Panorama:
„Wissen Sie, was das ist?“
O-Ton Nils Schmid, Wirtschafts- u. Finanzminister Baden-Württemberg:
„Das wurde uns damals ausführlich erläutert.“
Panorama:
„Wissen Sie das noch?“
O-Ton Nils Schmid, Wirtschafts- u. Finanzminister Baden-Württemberg:
„Ähhh… Also, natürlich weiß ich, dass es ein Derivatgeschäft ist.“
Panorama:
„Und wofür steht das zum Beispiel – die Abkürzung?“
Keine Antwort, Nils Schmid schweigt.
O-Ton
Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft:
„Anlesen kann man das nicht. Das ist zu komplex, das ist zu anspruchsvoll. Und auch ein paar kurze Erklärungen von einem Dritten, der sich damit auskennt, reichen ganz bestimmt nicht aus. Im Zweifel muss nämlich der, der im Gremium selber sitzt, auch selbst verantworten, was er tut. Der kann sich da nicht auf die Beratung zurückziehen.“
Staatliche Banken, riskante Papiere und dazu allzu unbedarfte Aufseher. 4 Jahre nach der Lehman-Pleite sind offenbar noch nicht überall die Lehren gezogen.

Nachlesen:panorama4187
Auf youtube Nils Schmid ab Minute 5:26


Ein Kommentar zu „Staatliche Förderbanken: nichts gelernt aus der Finanzkrise?”

  • Rüdiger sagt:

    Hallo Hariolf,
    bei allem Verständnis für deinen Zorn auf den Abgeordneten aus dem Bananenwahlkreis. Es ist klar wer gemeint ist und die Vokabeln “irre”,
    “Zwiefalten” und “Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit” kann man als
    Diskriminierung psychisch Kranker auffassen und sie sind außerdem in einem überzogenen Maß ehrverletzend.

    Der Webmaster

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