Stimmen aus dem Gemeinderat: Verpackungssteuer schont die Umwelt

Mehrere Anträge und Anfragen zur Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer liegen der Stadtverwaltung vor. Auch OB Keck sprach sich im Januar dieses Jahres für deren Einführung aus, nachdem das Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen die Tübinger Verpackungssteuer zurückgewiesen hatte. Tübingen war als erste Stadt vorangegangen und nahm rund 800000 Euro ein. Das rettet keine Stadtfinanzen, zeigt aber weitere positive Wirkungen, denn das Müllaufkommen im öffentlichen Raum geht deutlich zurück. In Tübingen landen rund ein Drittel weniger Wegwerfverpackungen auf Straßen und Plätzen, das Stadtbild ist sichtbar sauberer. Den Ratten gefällt dies weniger, doch den Bürgerinnen und Bürgern deutlich mehr. Mülleimer laufen seltener über, und lose Verpackungen fehlen.

Der Verwaltungsaufwand blieb gering und gut handhabbar. Nach einer kurzen Startphase brauchte es sogar weniger Personal. Die Steuer stärkt zudem das Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Gastronomie und Verbraucher werden motiviert, auf Mehrweg umzusteigen. Die Stadt spart Reinigungskosten und entlastet damit den Haushalt. Konstanz folgte Tübingen, weitere Städte prüfen das Modell.

Die Maßnahme passt zu regionalen wie europäischen Umweltzielen. Reutlingen würde mit der Steuer Verantwortungsbewusstsein für eine saubere und lebenswerte Umwelt zeigen. Als einzige Großstadt in einem Biosphärengebiet hat Reutlingen ein besonderes Interesse daran, für Besucher attraktiv zu bleiben und damit auch den Tourismus weiter zu fördern.

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