Marx und Bergmann im Kino

15. Februar 2017  Allgemein

Bergmann _Marx_klein
NEUES DEUTSCHLAND 13.02.2017:

Marx so jung wie lange nicht
Regisseur Raoul Peck bringt den Denker als Revolutionär auf die Leinwand
Er war mehr als ein Schreibtischintellektueller: Karl Marx

Berlin. Seltsam, dass die kommunistischen und die neoliberalen Vertreter des Filmbetriebs bisher fast alle einen Bogen um den gespielten Karl Marx gemacht haben. Raoul Peck ist der erste Regisseur, der dem politisch wirkungsmächtigen Philosophen ein Biopic widmet. Und er hat sich dafür nicht etwa eine lineare Nacherzählung der Lebensgeschichte erwählt. Nein, Peck folgt dem derzeit genreüblichen Mittel und greift sich eine prägende Episode seiner Hauptfigur heraus. Welche das ist, zeigt schon der Filmtitel: »Der junge Karl Marx«.

In einem solchen biografischen Leinwandwerk liegt natürlich stets die Gefahr, den Protagonisten zu historisieren, seine Ideen und Taten als vergangen und vergessen abzutun und die Frage, was uns diese Person denn heute noch zu sagen hat, hinter melodramatischem Kitsch zu verbergen. Nicht so in diesem Film. Weil er den Sturm-und-Drang-Marx zwischen 1844 und 1848 in den Mittelpunkt stellt, seine junge Liebe zur ihm intellektuell ebenbürtigen Jenny und die beginnende Freundschaft zu Friedrich Engels verhandelt. Aber auch, weil Regisseur Peck dem 1818 in Trier geborenen Kritiker der politischen Ökonomie gerade für diese Phase attestiert, die Arbeiterbewegung nicht nur durch seine wichtigen Gesellschaftsanalysen bereichert zu haben, sondern auch durch sein Handeln als Revolutionär.

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Theodor Bergmann – Der kritische Kommunist

15. Februar 2017  Allgemein

Theodor Bergmann, der schon mehrfach in Reutlingen aufgetreten ist und dies auch in Zukunft vor hat, wird in der Mitgliederzeitung der Gewerkschaft ver.di „Publik“ portraitiert.

BergmannIn der linken Schülerbewegung der Weimarer Republik politisiert, musste Theodor Bergmann mit 17 Jahren vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Den Kampf für eine sozial gerechte Gesellschaft hat er nie aufgegeben. Der 100 Jahre alte Gewerkschafter geht immer noch demonstrieren

Von Simon Hanl

Auf die Frage, ob er mit seinen bald 101 Jahren noch ein Hobby habe, lächelt Theodor Bergmann und sagt: „Radikal sein ist mein Hobby.“ Anlässlich seines 100. Geburtstages im März 2016 ist ein Artikel in der Regionalzeitung erschienen. „Die Leute hier im Viertel sagen ‚er ist immer noch Kommunist.‘ Das hat mir gefallen.“ Seit über 45 Jahren lebt Bergmann in Stuttgart-Asemwald. Täglich ist er in seinem Quartier unterwegs – zu Fuß. Mit flinken Schritten führt Theodor Bergmann durch die Siedlung. Sie besteht aus drei Hochhäusern auf einer grünen Anhöhe im Süden der Stadt und wurde Anfang der 70er Jahre von der damaligen gewerkschaftseigenen Wohnungsbaugesellschaft „Neue Heimat“ erbaut. Bergmann erwarb zusammen mit seiner Frau eine der Eigentumswohnungen. Kurze Zeit später wurde er Universitätsprofessor. Viele Arbeiter würden hier nicht leben, die Wohnungen seien zu teuer, bedauert Bergmann.

Zurück in seiner Straße begegnet uns im Hauseingang ein Paketbote. Bergmann grüßt freundlich und blickt dem schon wieder davon Eilenden hinterher. „Wahrscheinlich ist er ein Leiharbeiter. Jetzt muss er laufen, der arme Bursche“, sagt Bergmann. Zum Glück gibt es in dem Hochhaus einen Fahrstuhl, da muss niemand die Treppen nehmen. Bergmanns Wohnung liegt im sechsten Stock, ein großer Balkon lädt zum Verweilen ein. Doch der 100-Jährige ist kein Freund des Müßiggangs. „Ihr müsst doch was essen. Ich mache das schon“, sagt er. Ob man ihm nicht helfen könne? Er lehnt höflich ab, Diskussion ausgeschlossen. Er setzt einen Topf mit Suppe auf den Herd und deckt den Tisch. Am Küchentisch gibt er sich gnädig: „Ihr müsst nicht aufessen. Kein Zwang, keine Diktatur – Demokratie.“ Seit fünf Jahren hat Bergmann eine Haushaltshilfe, doch heute könne „die Genossin“ nicht, sagt er. Nach dem Essen gönnt er sich eine halbe Stunde Schlaf. Dann reden wir weiter, nach und nach erzählt er uns sein Leben.

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DIE LINKE hat nun auch in Pliezhausen einen Ortsverband

08. Februar 2017  Allgemein

Am 31. Januar dieses Jahres wurde der neue Ortsverband „Die Linke Pliezhausen/Walddorfhäslach“ gegründet, nachdem zuvor der Kreisvorstand der Reutlinger Linken
den entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Es wurden 4 Mitglieder in den Vorstand gewählt. Den Vorsitz führt Günter Herbig.
Nach den Worten von Günter Herbig möchte sich die Linke „auch vor Ort dafür einsetzen, dass sich unser schöner Ort Pliezhausen sozial gerecht, ökologisch und natürlich gastfreundlich und friedlich entwickelt.“ Man möchte noch ein Stück näher an den ortsansässigen Bürgern sein. Geplant sind Veranstaltungen wie das „Linke Forum Pliezhausen“ und Stammtische zu sozialen Fragen, zu Themen wie Rente, Flüchtlinge, AfD und anderen. „Großen Wert“, so Herbig, „werden wir auch auf den weiteren Austausch mit dem SPD Ortsverein Pliezhausen/Walddorfhäslach legen“. Offenheit besteht natürlich gegenüber allen demokratischen Kräften in Pliezhausen. Internet- und Facebook-Auftritte sind in Arbeit.

Theodor Bergmann sprach in Reutlingen

01. Februar 2017  Allgemein

27.01.17 Rede des Agrarwissenschaftlers Theodor Bergmann (Jahrgang 1916) auf dem Reutlinger Marktplatz

Protest gegen die AfD

Bergmann

Bild: SWP

Wir sind zusammen gekommen, um gegen die Demonstration der AfD (Alternative für Deutschland) in unserer Stadt zu protestieren, gegen Rechtsextremismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus und Antisemitismus. Die ‚Alternative‘, angeblich für
Deutschland verdreht die Tatsachen. Angeblich nehmen die Ausländer, die vor Krieg, Hunger, Tod zu uns flüchten, uns die Wohnungen weg; in Wahrheit besteht der Wohnungsmangel schon lange und die Mieten werden für viele unbezahlbar, weil seit 30 Jahren keine Wohnungen für uns gebaut werden und die städtischen Wohnungen privatisiert werden. Die Rechtsradikalen behaupten, die Flüchtlinge missbrauchen unser Sozialsystem; auch das ist unwahr; wenn sie bei uns Arbeit zu normalen Bedingungen finden, zahlen sie wie wir für Alters-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

Der heutige Tag, der 27. Januar, ist der Tag, an dem 1945 die Sowjet-Armee Auschwitz von den Faschisten befreit hat. 1995 hat Roman Herzog, damals Bundespräsident, diesen Tag zum Gedenktag der Befreiung erklärt. 2005 haben die Vereinten Nationen diesen Tag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erklärt. Es ist sicher kein Zufall, dass die AfD diesen Tag für ihre Demonstration gewählt hat. Umso lauter muss unser Protest sein.

Erfreulicherweise haben wir auch eine Willkommenskultur, viele Menschen, die auf vielen Wegen ihre Hilfsbereitschaft, ihre Menschlichkeit zeigen; sie sind allerdings nicht so laut und demonstrieren durch ihre Arbeit ihr Mitgefühl. Wenn wir die Flüchtlinge arbeiten lassen, wenn mit ihnen, für sie und für uns Wohnungen bauen lassen, dann bekommen wir einen wirklichen Aufschwung für uns alle, nicht nur wie bisher für Manager, Aktionäre und Millionäre.
Aber die AfD, die gegen, nicht für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung arbeitet, wird gefördert und respektabel gemacht durch eine ähnliche fremdenfeindliche Haltung der CSU, die nicht christlich und nicht sozial handelt und die auch die Wendung der CDU und der Bundeskanzlerin durchgesetzt hat.

 

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Obszöner Reichtum wächst – Armut auch

30. Januar 2017  Allgemein

bartschDietmar Bartsch, am 26. Januar war er beim Tübinger Neujahrsempfang.

Seit der Wiedervereinigung ist die deutsche Wirtschaftsleistung um mehr als 20 Prozent gestiegen. Gutverdiener haben davon kräftig profitiert. Das reale verfügbare Einkommen der ärmsten 40 Prozent in Deutschland ist hingegen sogar zurückgegangen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Demnach hatte sich die Einkommensschere in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2005 geöffnet, verharrte bis 2013 auf diesem Niveau, und seit 2014 nimmt die Ungleichheit wieder zu.

In Deutschland sind laut DIW 12,7 Millionen Menschen von Armut bedroht. Das sind knapp 16 Prozent der Bevölkerung. Mehr Armut findet sich auch bei Rentnern, insbesondere in Ostdeutschland. Allein zwischen 2002 und 2014 wuchs das Armutsrisiko der Altersgruppe 65 bis 75 Jahre dort von sieben auf 15 Prozent. Am stärksten gestiegen ist das Armutsrisiko für die Gruppe der 25- bis unter 35-Jährigen – seit 1991 von knapp zwölf auf fast 21 Prozent.

“Arbeit schützt also nicht vor Armut. Obszöner Reichtum wächst – die Armut auch. Schluss damit! Armut ist keine Randerscheinung, sondern hat sich wie ein Geschwür in unsere Gesellschaft gefressen. Ohne die Wiederherstellung des Sozialstaates und ohne eine radikale Umverteilung von oben nach unten lässt sich Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland nicht herstellen”, kommentiert Dietmar Bartsch die Entwicklung. Und weiter:

“Hierfür muss der Mindestlohn zügig auf 12 Euro angehoben werden. Hartz IV muss abgeschafft und eine sanktionsfreie Mindestsicherung von 1.050 Euro eingeführt werden. Auf Vermögen oberhalb von 1 Millionen Euro wird eine Steuer von 5 Prozent erhoben. Einkommen bis 12.600 Euro pro Jahr bleiben steuerfrei. Das sind einige von vielen notwendigen Maßnahmen. Der Kreislauf aus Kinderarmut, Erwerbsarmut und Altersarmut lässt sich nicht mit ein paar Stellschrauben, sondern nur in einem kollektiven Kraftakt einer neuen Bundesregierung durchbrechen.”

Linke Landesliste zur Bundestagswahl gewählt

Alexander Relea-Linder, Claudia Haydt, Heike Hänsel, Bernd Riexinger, Jessica Tatti, Tobias Pflüger, Gökay Akbulut, Michel Brandt

Alexander Relea-Linder, Claudia Haydt, Heike Hänsel, Bernd Riexinger, Jessica Tatti, Tobias Pflüger, Gökay Akbulut, Michel Brandt

Baden-Württemberg hat bei der Landes-Vertreter_innenversammlung am Wochenende (28.1./29.1.) die Landesliste mit 16 Kandidat_innen zur Bundestagswahl 2017 gewählt. Landesgeschäftsführer Bernhard Strasdeit erklärt: „Mit den beiden Spitzenkandidaten Bernd Riexinger und Heike Hänsel gehen wir mit zwei erfahrenden Politiker_innen in den Wahlkampf. Die Liste spiegelt aber auch die aktuelle Mitgliederentwicklung der Partei wieder. Auf der Liste sind viele junge Kandidat_innen vertreten, die in der jeweiligen Kommunalpolitik verankert sind und als Mandatsträger_innen schon Erfahrungen in Gemeinderäten und Kreistagen gesammelt haben. Mit dieser guten Liste können wir sicher unser selbstgestecktes Ziel von 5%+X und 6 Mandate sicher erreichen.“
Folgende Kandidat_innen wurden auf die Landesliste gewählt:

Platz 01: Bernd Riexinger, Vorsitzender Partei DIE LINKE (Wahlkreis Stuttgart II)
Platz 02: Heike Hänsel, MdB, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende (Wahlkreis Tübingen)
Platz 03: Gökay Akbulut, Stadträtin in Mannheim (Wahlkreis Mannheim)
Platz 04: Tobias Pflüger, Stellvertretender Parteivorsitzender (Wahlkreis Freiburg)
Platz 05: Jessica Tatti, Stadträtin in Reutlingen (Wahlkreis Reutlingen)
Platz 06: Michel Brandt (Wahlkreis Karlsruhe Stadt)
Platz 07: Claudia Haydt, Vorstand Europäische Linke (Wahlkreis Bodensee)
Platz 08: Alexander Relea-Linder, Landesvorstand (Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd)
Platz 09: Sahra Mirow, Stadträtin in Heidelberg (Wahlkreis Heidelberg)
Platz 10: Alexander Kauz, Landesvorstand (Wahlkreis Emmendingen-Lahr)
Platz 11: Johanna Tiarks (Wahlkreis Stuttgart I)
Platz 12: Ecevit Emre (Wahlkreis Rhein-Neckar)
Platz 13: Saskia Jürgens (Wahlkreis Aalen-Heidenheim)
Platz 14: Peter Schimke, Gemeinderat Vaihingen/Enz (Wahlkreis Ludwigsburg)
Platz 15: Ursula Beck, Stuttgart (Ohne Wahlkreis)
Platz 16: Werner Zieger (Wahlkreis Bruchsaal-Schwetzingen)

Im Bundestag sind für die LINKE aktuell 5 Abgeordnete aus Baden-Württemberg vertreten. Die Abgeordneten Annette Groth, Karin Binder, Michael Schlecht und Richard Pitterle treten nicht mehr zur Bundestagswahl 2017 an. Der Landesvorstand bedankt sich herzlich bei allen bisherigen Abgeordneten für die hervorragende Arbeit in den letzten Jahren.

300 Demonstranten lauschten Zeitzeuge Bergmann

28. Januar 2017  Allgemein
AUSCHWITZ GEDENKTAG RT gegen AFD

Theodor Bergmann bei seiner Rede

27.01.2017 Uschi Kurz, Schwäbisches Tagblatt

Laut, aber friedlich gegen den Rechtsruck

Ein buntes Völkchen protestierte am Freitagabend friedlich auf dem Reutlinger Marktplatz gegen den Neujahrsempfang zu dem der Kreisverband der Alternative für Deutschland ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in den Spitalhofsaal geladen hatte.

Als Linken-Stadtrat Thomas Ziegler die Kundgebung um 17 Uhr eröffnete, war die Gruppe der Demonstranten noch recht überschaubar, doch während der Grußworte von Rüdiger Weckmann und Jessica Tatti von den Linken und Harry Mischke (IG Metall) wurden es immer mehr. „Die AfD ist keine Alternative für Deutschland und auch nicht für Reutlingen“, rief Mischke unter großem Beifall. Das Rad der Geschichte dürfe nicht zurückgedreht werden.

Einer, der die dunkle Vergangenheit der deutschen Geschichte miterlebt hat, ist der Hauptredner Theodor Bergmann von der Initiative der Gewerkschaftslinken. Als er den Kundgebungswagen bestieg und mit kräftiger Stimme zu reden begann, lauschten rund 300 Menschen ergriffen dem 100-jährigen Zeitzeugen. Bergmann sprach gängige Vorurteile an und wandte sich vehement gegen Faschismus und Fremdenfeindlichkeit. Es seien keineswegs die Flüchtlinge, die anderen Bedürftigen die Wohnungen wegnehmen würden, wie es die AfD behaupte. Vielmehr gebe es den Wohnungsmangel schon viel länger. Auch die Behauptung, die Ausländer würden das soziale System ausnutzen, sei doch verlogen. Man müsse diese Menschen nur eingliedern und arbeiten lassen. Dann könne die Gesellschaft einen wirklichen Aufschwung erleben.

Dass die AfD ausgerechnet den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz als Termin für ihren Neujahrsempfang gewählt habe, sei kein Zufall, sondern eine bewusste Provokation, so Bergmann unter anhaltendem Beifall. Viel Lob gab es auch für die Jugendlichen der Zelle, die maßgeblich zur Organisation der einstündigen Kundgebung beigetragen hatten zu der die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, die Antifa und das Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR) gemeinsam aufgerufen hatten.

Unterdessen hatte die Polizei Schranken aufgestellt, um den AfD-Sympathisanten einen möglichst ungehinderten Zugang in den Spitalhof zu ermöglichen. Ihr Weg dorthin geriet aber zum Spießrutenlauf, denn kaum war die Kundgebung zu Ende, versuchten die Demonstranten die Zugänge zu blockieren. Sie errichteten eine symbolische Mauer aus Pappkartons und bedachten jeden Besucher mit lauten Missfallens-Äußerungen. Das starke Aufgebot der Ordnungshüter, die unter anderem mit vier berittenen Polizisten vor Ort waren, sorgte jedoch dafür, dass die Veranstaltung problemlos besucht werden konnte.

Auch bei einer anschließenden spontanen Demonstration, die sich zum Bahnhof bewegte, blieb alles ruhig, wie Polizeisprecher Michael Schaal anschließend betonte. Das Konzept „laut, aber friedlich!“, das die Veranstalter ausgegeben hatten, ging diesmal voll auf. Und weder die äußere noch die Innere Sicherheit über die derweil drinnen im Spitalhofsaal Martin Hess, Dozent an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen, vor knapp 200 AfD-Anhänger(inne)n referierte, war in Gefahr.

Kundgebung zum Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz – gegen die AfD

21. Januar 2017  Allgemein

27. Januar_Kundgebung

★ Veranstalter ist die VVN-BdA (Kreisvereinigung Reutlingen) – Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. ★

► Am 27.01.2017 um 17:00 Uhr auf den Marktplatz Reutlingen kommen!

Am 27.01.2017 jährt sich zum 72. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. An genau diesem Tag will die AfD Reutlingen bei einem Neujahrsempfang im Spitalhof die menschenverachtende Politik des Rassismus, Nationalismus, des starken Staates wieder gesellschaftsfähig und nicht zuletzt auch mehrheitsfähig machen.

Dazu bedient sie sich einer hetzerischen und populistischen Rhetorik, die die Welt schon mehr als einmal in unermessliches Elend und fast vollständige Zerstörung stürzte. Anstatt Lösungen anzubieten, werden Probleme auf einzelne Minderheiten projiziert, um sich an diesen abzuarbeiten. Dieses Vorgehen bedeutete im Nationalsozialismus für Millionen Menschen, ob nun Juden oder angebliche „Volksverräter“ – die nach ähnlichem Schema für nahezu alle Probleme verantwortlich gemacht wurden – die elende Ermordung durch die willigen Schergen dieser Politik und stürzte die ganze Welt in einen vernichtenden Krieg, dessen Folgen wir noch heute spüren. Die AfD knüpft mit ihrer Veranstaltung nicht nur terminlich daran an, sondern sowohl rhetorisch als auch in Teilen inhaltlich. Es ist daher notwendiger denn je, sich ihr solidarisch und gemeinsam entgegen zu stellen.

Wir empfinden das Vorgehen der AfD – unabhängig davon, dass es nötig wäre, sich ihm entgegen zu stellen – als blanken Hohn gegenüber den Opfern des NS-Vernichtungslagers Auschwitz, denen dieser Tag zum Gedenken gewidmet sein sollte. Ob bewusste Provokation oder einfach nur pietätlose Geschichtsvergessenheit: Wir werden uns dem Versuch, diesen Tag für rechte Politik zu vereinnahmen, gemeinsam und entschlossen entgegenstellen und umgekehrt das Gedenken an die Opfer und Überlebenden hochhalten.

Wir rufen daher mit allen unserem Anliegen solidarischen Gruppen und Personen dazu auf, am—

► 27. Januar um 17:00 Uhr ◄

…auf den Reutlinger Marktplatz vor den Spitalhof zu kommen, und sich an der Kundgebung für das Gedenken an die Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz und gegen die neue Rechte zu beteiligen.

►►► Aktionskonsens: Laut, aber friedlich! ◄◄◄

Wir organisieren eine gewaltfreie Kundgebung und behalten uns vor, diese bei körperlicher Konfrontation mit der AfD oder der Polizei vorzeitig zu beenden.

Lasst uns über Gerechtigkeit sprechen!

19. Januar 2017  Allgemein

Gerechtigkeit
Annette Groth (Bundestagsabgeordnete):
In Deutschland besitzen nach dem neu veröffentlichen Oxfam-Bericht 36 Milliardär*innen mit insgesamt 297 Milliarden Dollar so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung (ca. 40 Millionen Menschen). Diese Ungleichheit fällt nicht vom Himmel. Sie ist Ergebnis der Pflege der Reichen mit Steuergeschenke verschiedener Bundesregierungen in den letzten Jahrzehnten. Wir haben am Wochenende den Entwurf unseres Wahlprogramms vorgestellt. Dort machen wir deutlich: Wir wollen diese Ungleichheit nicht hinnehmen. Wir werden uns mit den Super-Reichen anlegen und wieder für mehr Gerechtigkeit sorgen. Und zwar so:
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DIE LINKE vor dem Jobcenter Reutlingen

17. Januar 2017  Allgemein

Am 17. Januar standen einige Mitglieder der LINK15977853_1315066841884397_825824870136902951_nEN zusammen mit ihrer Bundestagskandidatin Jessica Tatti vor dem Gebäude des Reutlinger Jobcenters und der Agentur für Arbeit.
Unter dem Motto „Heißer Kaffee gegen soziale Kälte“ verteilten sie bei Minus 5 Grad Informationsmaterial und schenkten Kaffee aus.DSC_0147

Wer Hartz IV bezieht, muss jeden Cent zweimal umdrehen – das Geld reicht kaum zum Leben. Gesundes Essen, Kino, Ausflüge oder ein Restaurantbesuch sind da nicht drin. Unvorhergesehene Zusatzkosten wie beispielsweise eine neue Waschmaschine oder auch eine höhere Miete, deren Mehrkosten nicht vom Amt übernommen werden, bringen die Betroffenen in enorme finanzielle Schwierigkeiten.IMG-20170117-WA0000

Zusätzlich drohen den Hartz-IV-Beziehenden bei Verstößen gegen Auflagen sogenannte »Sanktionen«, die Kürzung der Hartz-IV-Leistungen. Und das, obwohl die Regelsätze so niedrig sind, dass sie das Existenzminimum definieren. Jede Kürzung verstößt somit gegen die Menschenwürde und gegen das Grundgesetz. DIE LINKE fordert deshalb die Abschaffung der Sanktionspraxis und die sofortige Anhebung des Hartz-IV-Satzes auf 500 Euro. Mittelfristig soll das »Arbeitslosengeld 2« durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung von 1.050 Euro ersetzt werden, um allen Menschen ein Leben in Würde ohne Angst vor Sanktionen zu gewähren.

Wir meinen: Es muss endlich Schluss sein damit, dass Erwerbslose durch Sanktionen gegängelt und in schlechte Jobs gedrängt werden! Daher sagen wir: »Mindestsicherung ohne Sanktionen statt Hartz IV!«.